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Bringt eSport bald höhere Steuereinnahmen?

Die eSport-Szene wird sukzessive größer. Immer mehr Menschen begeistern sich für den elektronischen Sport. Weltweit haben 2017 über 330 Millionen Menschen eSport-Turniere live oder über das Internet verfolgt. Damit besitzt eSport bereits jetzt mehr Anhänger als so manche Randsportart. Fakt ist aber auch, dass eSport – zumindest in Deutschland – gar nicht offiziell als Sportart bezeichnet werden darf. Das ist nicht nur für Gamer und die weitere Professionalisierung der Branche ein Problem, sondern auch für die Politik, der dadurch lukrative Steuereinnahmen entgehen, insbesondere durch die fehlende Möglichkeit, Wetten auf eSport-Spiele abgeben zu können. Doch dies soll sich nun ändern.

Panorama eines eSport-Turniers.
Der FIFA eWorld Cup ist auf dem Wege, der realen Fußballweltmeisterschaft echte Konkurrenz zu machen, auch wenn es bis dahin noch ein langer Weg sein dürfte.

eSport einer der wachstumsstärksten Märkte

Die deutsche Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft pwc hat in einer ihrer jüngsten Studien festgestellt, dass eSports zu den attraktivsten globalen Zukunftsmärken zählt. Dies hat natürlich vor allem mit den Fans und Gamern selbst zu tun. Laut Untersuchung würden 93 Prozent aller eSport-Fans auch ein zweites Mal ein eSport-Event besuchen.

eSport ist kein Nischenmarkt mehr. In Bezug auf das Wachstum, die Umsatzzahlen der Events, das Werbepotential und die Fanbasis könnten nur wenige andere Märkte mit eSport mithalten. Logisch, dass eSport aufgrund dieser Zahlen nicht nur für die Privatwirtschaft und vor allem Marketingunternehmen und Sportvereine interessant ist, sondern auch für ganze Länder.

Auf der Gamescom 2018 waren deswegen wenig überraschend auch Spitzenpolitiker vertreten, die sich derzeit stark für eine weitere Professionalisierung des eSport einsetzen. Denn bislang gilt eSport in Deutschland nicht als Sportart. Und weil eSport keine Sportart ist, dürfen hierzulande Wettanbieter mit deutscher Glücksspiellizenz auch keine Sportwetten auf eSport-Events bzw. -Spiele anbieten oder annehmen.

”Wir erkennen die wachsende Bedeutung der eSport-Landschaft in Deutschland an“ und werden „eSport künftig vollständig als eigene Sportart mit Vereins- und Verbandsrecht anerkennen und bei der Schaffung einer olympischen Perspektive unterstützen“.Dorothee Bär (CSU, Staatsministerin für Digitalisierung) und Lars Klingbeil (SPD)

Unterstützung kommt aber auch von anderer Seite. Der Verband der deutschen Games-Branche, der „game“, fordert bereits seit längerer Zeit die Anerkennung von eSport als Sportart. Als Gründe werden vor allen Dingen die breite Akzeptanz von eSport in der Bevölkerung wie die körperliche und psychische Belastung der eSportler genannt, die mit der Intensität anderer Sportarten durchaus zu vergleichen sei.

eSport-Szene immer komplexer

Aus Sicht der eSportler selbst stellt sich die Frage, ob elektronischer Sport überhaupt Sport im eigentlichen Sinne sein kann, überhaupt nicht. Und dies hat nicht nur mit einem persönlichen Interesse zu tun, sondern auch mit den Strukturen, die in der Szene und vor allem natürlich unter den Profis bereits vorherrschen, bestes Beispiel dafür: die beliebte Fußballsimulation FIFA, die auf Profilevel für gewöhnlich auf der Playstation oder Xbox gezockt wird.

Der FIFA eWorld Cup ist auf dem Wege, der realen Fußballweltmeisterschaft echte Konkurrenz zu machen, auch wenn es bis dahin noch ein langer Weg sein dürfte.

Bundesligavereine wie der FC Schalke 04 oder auch der VfL Wolfsburg haben bereits vor langer Zeit das Potential von eSport erkannt und eigene Vereinsmannschaften gegründet. Die Profispieler trainieren sogar auf dem Vereinsgelände in eigenen Spielräumen, werden professionell ausgerüstet, betreut und müssen sich auch an feste Trainingszeiten und Teambesprechungen halten. Zudem sind die Spieler mit Profiverträgen ausgestattet, die den eSportlern zwar noch nicht die gleiche Vergütung der realen Profifußballer zusprechen, sich finanziell aber trotzdem lohnen.

Doch es gibt abseits von FIFA noch viele weitere Spiele, die für den eSport interessant sind. Von MOBA-Games (Multiplayer Online Battle Arena) wie League of Legends bis zu Ego-Shootern wie Overwatch ist vieles vertreten, was viele ältere Gamer noch von PC oder Konsole kennen dürften. Jahr für Jahr werden in derlei Spielen sogar große Turniere ausgetragen, die live im Internet zu sehen sind und teils Preisgelder in Millionenhöhe versprechen. Auch für 2019 sind wieder zahlreiche Veranstaltungen, Turniere und sogar Weltmeisterschaften geplant.

  • CS: GO: Counter Strike ist einer der erfolgreichsten Ego-Shooter, seitdem es elektronische Spiele gibt. 2019 wird auf der CS:GO International Extreme Masters im polnischen Katowice vom 14. Februar bis zum 03. März um ein Preisgeld von 1 Mio. US-Dollar um die Wette geballert.
  • DOTA 2: DOTA 2 lässt sich gewissermaßen als kompetitives Fantasy-Abenteuer bezeichnen. In Shanghai wird Mitte August The International stattfinden, ein Event, das den Spielern einen unfassbaren Preispool von 25 Mio. US-Dollar verspricht!
  • Fortnite: Fortnite zählt zu den etwas jüngeren Spielen der eSport-Szene und wurde erst 2017 veröffentlicht, ist seitdem aber zu einem echten Erfolg geworden. 2019 soll es eine Weltmeisterschaft geben, wann und wo ist aber noch nicht abschließend geklärt. Nur die Höhe des Preisgelds steht bereits fest: 100 Mio. US-Dollar.
  • League of Legends: Das MOBA-Game League of Legends zählt zu den beliebtesten eSport-Spielen überhaupt. Bei der League of Legends Worlds 2019 in Paris ist auch in diesem Jahr wieder mit jeder Menge Aufregung und Action zu rechnen.
  • Overwatch: Ähnlich wie Fortnite ist auch Overwatch noch jüngeren Datums. Bereits eine Woche nach Release wies das Spiel Umsatzzahlen von 270 Mio. US-Dollar auf. Für 2019 ist derzeit noch kein offizielles Großevent geplant. Am 02. und 03. November 2018 wurde in Kalifornien aber die Overwatch-Weltmeisterschaft ausgetragen. Das Preisgeld fiel aber vergleichsweise gering aus. Der Sieger erhielt 500.000 US-Dollar.

Sportarten dürfen durch gemeinnützige Gelder gefördert werden

Auf die eSport-Szene kommt also auch 2019 einiges zu. Angesichts der horrenden Fanzahlen und Preisgelder ist es fast erstaunlich, dass eSport de facto noch immer nicht als Sportart angesehen wird. Gegner argumentieren diesbezüglich vor allem mit der Gefahr von Spielsucht, manch Sportler meint, „Fußball und andere Sportarten gehören in die Halle oder auf den grünen Rasen“.

Eine andere „Gefahr“ sehen manche aber auch bei einem ganz anderen Punkt. Denn wird eSport als Sportart akzeptiert, könnten auch Vereine gegründet werden. Diese können nach Paragraf 52 Absatz 2 der Abgabenordnung Gemeinnützigkeit beantragen und hätten somit Anspruch auf öffentliche Fördergelder. Zudem wären diese Vereine von der Steuer befreit, was angesichts der 7 Mrd. Euro an kolportierten Jahresumsätzen durch mögliche Wetteinsätze auf eSport-Veranstaltungen aber bestimmt zu verkraften wäre.

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