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Casinobetreiber will durch Algorithmus Gewinn maximieren

Immer und immer wieder Digitalisierung. Das Buzz-Word unserer Zeit spielt auch in der Glücksspielbranche eine zentrale Rolle. Digitale Techniken ermöglichen ein neues Spielerlebnis und sind wohl unter anderem dafür verantwortlich, dass das Glücksspiel einen nie dagewesenen Boom erfährt. Eine disruptive Technik soll es Casinobetreibern nun sogar ermöglichen, lukrative Spieler ausfindig zu machen. Diese könnten dann Ziel besonderer Aufmerksamkeiten werden, die den Spieler am Ende aber lediglich zum Weiterspielen verleiten sollen. Doch ist das legitim?

Eine Kameralinse.
Big Brother is watching you! Die Überwachung durch Kameras soll auch in Casinos intensiviert werden. (©Bildquelle)

Casinobetreiber in Macau entwickelt neues Marketingkonzept

Ohne Algorithmen ist diese Welt kaum noch vorstellbar. Die mathematischen Formeln sind auch beim digitalen Glücksspiel im Internet oder an Slot-Maschinen die entscheidenden Instrumente, um am Ende sicherstellen zu können, dass Glücksspiel auch tatsächlich vom Glück abhängt – und der Wahrscheinlichkeitsvorteil stets beim Anbieter und nicht beim Spieler liegt. In Macau möchte man Algorithmen nun aber noch für einen anderen Zweck einsetzen. Konkret soll es darum gehen, mithilfe von mathematischen Formeln das Verhalten von Glücksspielern in Casinos zu kategorisieren. Am Ende geht es vor allem darum, lukrative Spieler zu identifizieren, also diejenigen Casinobesucher, mit denen potentiell am meisten Geld zu verdienen ist. Das werden also insbesondere die Spieler sein, die zum einen mit viel Kapital anreisen, hohe Einsätze spielen und sich auch von Verlustserien nicht abschrecken lassen, sondern stattdessen weiterspielen. Um diese Casinobesucher aufzuspüren, möchte das in Macau ansässige Unternehmen mit dem Namen Las Vegas Sands Corporation moderne Kameras nutzen. Diese sind in der Glücksspielhochburg Macau bereits en masse anzutreffen, dienen bislang aber allein Sicherheitszwecken. Eine Umprogrammierung könnte dies aber ändern. Neue Algorithmen, die bereits bei der Gesichtserkennung erfolgreich zum Einsatz kommen, sind imstande, Daten über Spielverhalten zu sammeln, diese auszuwerten und spezifischen Personen zuzuordnen. Für Glücksspielunternehmen, speziell natürlich Casinobetreiber, bietet dieses System ungeahnte Möglichkeiten.

„Sonderbehandlung“ für besondere Spieler?

Doch wie könnten diese Möglichkeiten aussehen? Letztlich wird es jeden Casinobetreiber darum gehen, die Gewinne zu maximieren und Verluste zu minimieren. Und durch die Identifikation von Spielern, die häufig spielen und zudem ausreichend Kapital mitbringen, ist zumindest das Fundament geschaffen, auf der sich eine gänzlich neue Marketingstrategie aufbauen lässt.

Dies könnte beispielsweise wie folgt aussehen: Durch Kameras, spezielle Chips und präparierte Spieltische in Casinos ließen sich umfassende Daten über alle Casinobesucher sammeln. Die Algorithmen wären auf Basis dieser Datenbank imstande, Statistiken anzulegen und auszuwerten. So ließe sich der aktuelle Besucherpool eines Casinos nahezu in Echtzeit nach Spieltypen klassifizieren.

Casinobetreiber wären nun durch unterschiedliche Maßnahmen imstande, als „lukrativ“ eingestufte Besucher des Casinos anzusprechen und zum Weiterspielen zu animieren. Dies ließe sich beispielsweise durch Freispiele, Aufmerksamkeiten wie Restaurant-Einladungen oder kostenlose Übernachtungen im Hotel des Casino-Gebäudes umsetzen. Gänzlich neu wäre dieses Vorgehen übrigens nicht. Insbesondere in Macau gibt es einige Unternehmen, die sich auf die Betreuung von High Rollern konzentriert haben. In enger Zusammenarbeit mit den Casinobetreibern sorgen sie beispielsweise dafür, dass individuelle Wünsche der Gäste erfüllt werden. Selbst das Einfliegen in Privatjets ist bei besonders finanzstarken Glücksspielern keine Seltenheit – und rechnet sich wirtschaftlich trotzdem.

“Those who can afford to lose, those who play even more when losing money, we can for sure offer them a free meal.”

Spieler-Targeting trotz Datenschutz möglich?

Noch befindet sich das neue Targeting-System durch Algorithmen in der Entwicklungsphase. Erste Tests sind aber bereits angelaufen. Technisch zumindest, so viel steht fest, ließe sich das neue Marketingkonzept in naher Zukunft auf alle Fälle umsetzen. Bleibt aber die Frage, wie es um die Rechtsgrundlage steht. Denn letztlich erscheint es fraglich, ob Casinobetreiber speziell die Aufzeichnungen von Überwachungskameras nutzen dürfen, um diese Daten für Zwecke, die nicht dem Erhalt der Sicherheit dienen, zu verwenden. In Macau hat sich deswegen bereits die dort zuständige Regulierungsbehörde eingeschaltet.

Die „Direktive des Koordinationsbüros für Glücksspiel in Macau“ will und muss nun prüfen, inwiefern die Daten von Überwachungskameras einen widerrechtlichen Eingriff in die Privatsphäre der Casinobesucher darstellen würden. Klar dürfte zumindest sein, dass die Aufzeichnungen und auch nicht die daraus abgeleiteten Daten an Dritte weitergegeben dürfen, was bekanntlich ebenfalls als ein besonders lukratives Geschäft gilt.

Abseits dessen laufen die Planungen aber bereits auf Hochtouren. Die Las Vegas Sands Corporation plant, über 1.000 Spieltische in den hiesigen Casinos mit Kameras zu überwachen. Statistisch betrachtet dürfte sich dieses Investment sicherlich rechnen. Letztlich verdienen Casinos an risikofreudigen Spielern im Schnitt zehnmal mehr als an „normalen“ Casinobesuchern und Gelegenheitsspielern.

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