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Geplante irische Glücksspielreform höchst umstritten

In Irland kochen die Emotionen in der Debatte über eine Glücksspielreform aktuell hoch. In einer möglichen Änderung der Glücksspielgesetzgebung sehen Befürworter neue Möglichkeiten durch gestiegene Glücksspielabgaben an den Staat. Kritiker hingegen warnen vor der steigenden Spielsuchtgefahr durch massiv ansteigende Spieleinsätze. Sie verweisen auf ein englisches Negativbeispiel.

Drei Spielautomaten nebeneinander.

An irischen Glücksspielautomaten soll der Maximaleinsatz durch die Glücksspielreform um das 300-fache steigen. Kritiker gehen auf die Barrikaden. © pixabay

Einsatz und mögliche Gewinne in anderen Sphären

Ein zentraler Konfliktpunkt in der Debatte um die Glücksspielreform ist die geplante Erhöhung der Maximaleinsätze. Aktuell befinden sich diese noch auf dem gleichen Stand wie im Jahre 1956. Auf allen rund 10.000 Spielautomaten im Land liegt der Maximaleinsatz aktuell bei drei Cent pro Spiel. Die Höchstgewinne wiederum liegen bei 50 Cent pro Spiel. Im Vergleich zu anderen Ländern sind die Maximaleinsätze sowie die Gewinnchancen äußerst niedrig. Die Glücksspielreform soll nun Maximaleinsätze von bis zu zehn Euro und Maximalgewinne von bis zu 750 Euro ermöglichen. Dadurch steigert sich der Einsatz um mehr als das 300-fache und die Gewinne sogar um das 1.500-fache. Diese extreme Steigerung ist nicht unumstritten. Die steigenden Zahlen von Spielsucht im ganzen Land würden so noch deutlich weiter ansteigen, beanstanden Kritiker.

Britische Wettterminals als Warnung

Kritiker ziehen die berüchtigten britischen Verhältnisse als Warnung zum Vergleich. Bis Ende März diesen Jahres war es den Engländern möglich an den über das gesamte Land verbreiteten Fixed Odds Betting Terminals (FOBTs) auf einen Schlag 100 Pfund Sterling zu setzen. Das ermöglichte den Wettern innerhalb kürzester Zeit viele Tausende Pfund Sterling zu setzen und damit auch zu verlieren. Massive Wettverluste und extrem hohe Wetteinsätze waren in vielen Teilen der fußballverrückten Gesellschaft die Folge. Um dieser Gefahr der Spielsucht entgegenzutreten, wurden zum 01. April 2019 die Höchsteinsätze auf nur noch zwei Pfund Sterling gedrosselt. Diese negative Erfahrung des Nachbarlandes nehmen Kritiker als Beispiel und verweisen auf einen potenziell ähnlichen Verlauf durch die Erhöhung der Maximaleinsätze in Irland. Einer der größten Kritiker, der parteiunabhängige Senator David Norris, kommentierte die Debatte um die Glücksspielreform mit folgenden Worten:

“Dies sind enorme und große Steigerungen. Von 3 Cent auf 10 Euro ist schon schlimm genug, aber von 50 Cent auf 750 Euro geht weit über das Spiel zum Vergnügen hinaus.“

Befürworter der Glücksspielreform verweisen indes auf die höheren steuerlichen Abgaben der Glücksspielkonzerne, mit denen auch die Bekämpfung von problematischem Spielverhalten unterstützt werden kann. Hier wurden Summen von bis zu 100 Millionen Euro für die Unterstützung von Spielsüchtigen sowie die frühzeitige Aufklärung über die Gefahren von Spielsucht in Aussicht gestellt.

Gesetzlichen Regelungen nicht mehr zeitgemäß

Zum Anlass der Debatte über eine Glücksspielreform nahmen die Parlamentarier die zeitliche Einführung des Glücksspielregulierung, der Irish Gambling Control Bill, die bereits vor 63 Jahren eingesetzt wurde. Eine Glücksspielreform würde laut den Befürwortern der Marktentwicklung geschuldet und dringend notwendig sein. Neuartige Spielformen wie Online-Casinos werden in der alten Regulierung nicht berücksichtigt. Justizminister David Stanton, ein Befürworter der Reform, sagte zum heiß diskutierten Thema der Einsatzhöhe:

“Die 1956 festgelegten Einsätze sind inzwischen absolut unrealistisch und müssen den heutigen Zeiten angepasst werden. Auch Bingo, Rubbellose und Lotterien bieten heutzutage bereits deutlich höhere Limits und Gewinne.“

Gleichzeitig befürwortet der Justizminister aber eine kritische Diskussion über die Höhe des Einsatzlimits bei Spielautomaten. Ziel müsse es sein, dass Verantwortliche in Regierung und Vertreter aus der Wirtschaft sich auf eine Regulierung einigen, die den Gesetzgebungen der Nachbarländern und Partnerstaaten in der EU ähnelt. Stanton warf in diesem Zuge einen Blick nach Großbritannien, wo sich die Glücksspielanbieter in klaren, eng gestrickten Regularien bewegen, die von der Kontrollbehörde UK Gambling Commission streng überwacht werden. Die Diskussion über eine Glücksspielreform ist für die Iren allerdings nicht neu. Bereits seit dem Jahr 2019 wird im Parlament immer wieder eine feurige Debatte geführt. Eine Einigung geschweige denn eine einheitliche Regulierung konnte bisher allerdings nicht erzielt werden. Immer wieder hängt sich die Debatte an Detailfragen auf. Auch die aktuellen Streitigkeiten über die Einsatzhöhe bei Spielautomaten werden den Prozess sicherlich nicht beschleunigen.

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