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Gigantischer Glücksspielring in Vietnam gesprengt

In Vietnam ist Glücksspiel abseits der staatlichen Lotterien strengstens verboten, was einen großen Nährboden für illegales Glücksspiel bietet. Der vietnamesischen Polizei ist es nun gelungen einen heftigen Schlag gegen das illegale Glücksspiel zu setzen, indem sie einen großen Online-Glücksspiel-Ring sprengten. Es ist nicht der erste Fall dieser Art und zieht sich auch in Politikerkreisen bis in die höchsten Ebenen. Ein Pilotprojekt soll eine Möglichkeit der Bekämpfung des illegalen Glücksspiels testen.

Eine Hafenstadt mit vielen Lichtern bei Nacht in Vietnam.
In Vietnam ist außer der staatlichen Lotterie und ein paar wenigen Casino-Resorts das Glücksspiel verboten.

Illegale Online-Glücksspielaktivitäten enttarnt

Der vietnamesischen Polizei ist ein gewaltiger Schlag gegen das illegale Glücksspiel gelungen. Sie konnten einen Glücksspielring enttarnen, der seine Machenschaften online abwickelte. Lange Zeit blieb der Glücksspielring unentdeckt und konnte so über die Zeit mehr als 1,3 Milliarden US-Dollar auf diversen Bankkonten anhäufen. Über den polizeilichen Erfolg berichtete kürzlich die Vietnam News Agency. Laut der vietnamesischen Polizei sei es der größte Einsatz der Geschichte gewesen, der sich gegen das illegale Glücksspiel richtete. 24 verdächtige Personen konnten im Zuge der Ermittlungen verhaftet werden.

Das Ministerium für öffentliche Sicherheit veröffentlichte einen Einsatzbericht zu der Razzia. Demzufolge waren insgesamt 30 Einsatzteams zur gleichen Zeit in acht vietnamesischen Städten in Aktion. Unter ihnen befanden sich auch die bekannten Städte Hanoi und Ho Chi Minh City. 14 der insgesamt 24 verhafteten Personen müssen sich nun vor Gericht aufgrund der Organisation von illegalem Glücksspiel verantworten. Die übrigen zehn Verdächtigen sind der verbotenen Teilnahme am Online-Glücksspiel angeklagt. Es handelt sich bei den 24 festgenommenen Personen um 23 Vietnamesen und einen Ausländer, dessen genaue Herkunft allerdings noch unklar ist.

Die Verdächtigen sollen auf der Webseite Fun88 Sportwetten platziert haben. Durch die Einzahlung von Geld, welches von dem Anbieter auf diverse Konten verteilt wurde, konnten die Spieler mit virtuellem Geld Sportwetten abschließen. Der illegale Anbieter verteilt jeweils geringe Geldbeträge auf unzähligen Bankkonten und blieb aufgrund der geringen Summen so lange von den Behörden unerkannt.

Glücksspiel ist in Vietnam grundsätzlich strengstens verboten. Eine Ausnahme stellen nur die staatliche Lotterie sowie einige wenige Casino Resorts dar, die eine spezielle Lizensierung erhalten haben. Diese befinden sich in den Provinzen Bắc Ninh, Bà Rịa–Vũng Tàu oder Quảng Ninh. Vietnamesen ist der Besuch allerdings nicht gestattet. Eine Ausnahme gilt nur für Einheimische, die bereits das 21. Lebensjahr erreicht haben und über ein monatliches Grundeinkommen von mindestens 445 US-Dollar verfügen. Diese Sonderregelung gilt allerdings auch erst seit diesem Jahr und nur für das Casino Resort auf der Insel Phú Quốc. Im übrigen Teil des Landes ist die Teilnahme oder Organisation von Glücksspiel für Vietnamesen illegal. Ansonsten sind die Casinos voll und ganz auf ausländische Touristen ausgelegt.

Nicht der erste Fall dieser Art

In Vietnam konnten die Behörden auch in den vergangenen Jahren immer mal wieder erfolgreiche Schläge gegen das illegale Glücksspiel verzeichnen. So schaffte die vietnamesische Polizei erst im letzten Jahr einen 420 Millionen US-Dollar schweren Glücksspielring aufzudecken und zu zerstören. Durch weitere Ermittlungen, die von der Polizei durchgeführt wurden, um das gesamte Ausmaß des Glücksspielrings festzustellen, konnten auch Verbindungen zu hochrangigen Politikern des Landes aufgedeckt werden. So sieht sich nun der Chefinspektor des Informationsministeriums, Đặng Anh Tuấn, mit dem Vorwurf konfrontiert, die Anführer des illegalen Glücksspielrings vor polizeilichen Ermittlungen und Zugriffen geschützt zu haben.

Die Verbindungen ins Reich des illegalen Glücksspiels reichen sogar bis in das Jahr 2016 zurück. Bereits in diesem Jahr hatte das Ministerium vertrauliche und verlässliche Hinweise und Informationen erhalten, dass ein Glücksspielring in Vietnam sein Unwesen treibt. Die Ermittlungen in diesem Fall wurden von dem Chefinspektor Đặng Anh Tuấn geleitet. Das Ergebnis seiner monatelagen Nachforschungen: Es gäbe keine konkreten Verdachtsfälle für illegale Aktivitäten auf dem Glücksspielmarkt. Er schaffte es mit seinen Ergebnissen, das gesamte Ministerium zu überzeugen, die Ermittlungen ruhen zu lassen. Eine eindeutig falsche Analyse, wie sich im Nachhinein zeigte. Aus diesem Grund und der belegbaren Verbindung ins Milieu muss sich Đặng Anh Tuấn nun vor Gericht wegen Machtmissbrauch sowie der Vertuschung von Straftaten verantworten.

Auch Staatsbeamte in den Fall verstrickt

Bereits davor fielen zwei hochrangige Persönlichkeiten dem Fall zum Opfer. So wurden dem ehemaligen Direktor der Abteilung für Prävention von High-Tech-Kriminalität des Informationsministeriums, Nguyễn Thanh Hóa, sowie dem früheren Direktor der Generalpolizeibehörde, Phan Van Vink Verwicklungen in den Fall nachgewiesen.

Letztendlich wurden insgesamt 90 Personen verhaftet, denen eine Verbindung zum illegalen Glücksspielring nachgewiesen werden konnte. Ihnen wird unter anderem zur Last gelegt illegales Glücksspiel angeboten, Geldwäsche betrieben und Veruntreuung von Anlagevermögen durchgeführt zu haben. 51 Angeklagte wurden zu einer Haftstrafe zwischen einem und drei Jahren verurteilt. 22 Angeklagte erhielten eine Bewährungsstrafe. Die übrigen 17 Angeklagten konnten das Gericht mit einer Geldstrafe von jeweils 1.724 US-Dollar verlassen.

Kampf dem illegalen Glücksspiel

Die Regierung Vietnams versucht schon seit geraumer Zeit dem illegalen Glücksspiel Einhalt zu gebieten. Dafür setzt der Staat neben polizeilichen Ermittlungen bis in die höchsten Politikerkreise auch auf die Einführung eines Pilotprojektes. Dieses findet auf der Insel Phu Quoc statt. Dort wird versuchsweise das Glücksspiel legalisiert. Auf diese Art und Weise soll getestet werden, ob die ortsgebundene Legalisierung Auswirkungen auf das illegale Glücksspiel besitzt. Vertreter des Büros für internationale Suchtstoff- und Strafverfolgungsangelegenheiten, ansässig in den USA, sieht dieses Pilotprojekt mit großer Skepsis. In einem offiziellen Bericht aus dem März heißt es:

„Vietnam erteilte 2018 seine ersten Pilotlizenzen für lokale Casinos und erhöhte damit sein Geldwäscherisiko, wenn die Behörden dieser Einrichtungen nicht gewährleisten, dass Anti-Geldwäsche-Standards effektiv umgesetzt werden.“

Dem Bericht zufolge seien trotz aller Versuche der Regierungsinstitutionen von Regionen wie Macau, den Philippinen, Malaysia und Vietnam massive illegale Aktivitäten im Bereich der Geldwäsche zu verzeichnen. Glücksspielunternehmen bieten vielmehr den Geldwäschern eine optimale Gelegenheit, auf recht einfache Art und Weise Geld zu waschen. Eine endgültige Bewertung der Auswirkungen der lokalen Legalisierung von Glücksspiel des Pilotprojektes auf die Verbreitung und Intensität der Geldwäsche wird sich aber erst nach Abschluss des Projektes aufstellen lassen.

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