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Hansestadt Hamburg bangt um ihre exklusive Spielbank

Hamburg gilt zumindest unter den heimischen Bewohnern der norddeutschen Metropole als schönste Stadt der Welt. Sicherlich ist dies in mancherlei Hinsicht nachzuvollziehen, denn Hamburg hat für Einwohner und Besucher einiges zu bieten. Neben zahlreichen Flaniermeilen, Einkaufsmöglichkeiten oder dem Platz an der Alster zählte zu den Hotspots der Stadt bislang auch das hiesige Casino. Doch die Konzession der Spielbank läuft aus. Wie und ob es überhaupt weitergeht, ist bislang nicht geklärt, doch der Druck auf die verantwortlichen Politiker wächst.

Streik in Hamburg von Mitgliedern der Gewerkschaft Ver.di.
In Hamburg könnte es bald wieder zum Streik kommen, falls nicht bald die Zukunft von 300 Arbeitnehmern der Spielbank Hamburg geklärt wird. (©Bildquelle)

Tradition zu Ende? Hamburger Spielbank mit ungewisser Zukunft

Wer nach Hamburg kommt, der erwartet Luxus und Exklusivität. Den gehobenen städtischen Charakter hat sich die norddeutsche Metropole lange Zeit erarbeitet, und dieser kommt somit nicht von ungefähr. Ein Grund, weswegen Hamburg auch als Stadt von Welt gilt, war und ist das städtische Casino. Bereits seit 1977 können Hamburger und Besucher der Hansestadt einen Abstecher ins Casino machen, um ihr Glück bei Roulette, Blackjack und Co. zu suchen. Seit 2006 ist die Spielbank Hamburg am aufsehenerregenden Stephansplatz beheimatet. Das Casino wird unter Hamburgern nur als „Zockerparadies” betitelt und ist stets gutbesucht.

Dies hat natürlich seine Gründe. Immerhin zählt das Hamburger Casino zu den exklusivsten seiner Art in ganz Deutschland. Selbst im Ausland ist die Hamburger Spielbank, die von der Spielbank Jahr + Achterfeld GmbH & Co. KG betrieben wird, bekannt und kein unbekannter Name. Umso mehr wundert es, dass bislang noch immer nicht geklärt ist, wie es mit der Glücksspielstätte in Zukunft weitergeht.

Denn die Konzession der Spielbank läuft aus. Dies dürfte eigentlich kein Problem sein, doch die Hamburger Innenbehörde hat für die Vergabe einer neuen Konzession eine europaweite Ausschreibung initiiert. Dem bisherigen Betreiber des Casinos bleiben somit nur noch knappe vier Monate. Zwar hat sich das bisher lizenzierte Unternehmen auch für eine Konzession beworben, dass es am Ende aber auch den Zuschlag erhält, ist nicht sicher.

“Die aktuelle Konzession hat eine Laufzeit bis zum 31. Dezember 2019 und läuft somit Ende des Jahres aus. Wir hängen ganz schön in der Luft.”

300 Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel

Besonders brisant ist die aktuelle Situation, da die Hamburger Spielbank bzw. die Spielbank Jahr + Achterfeld GmbH & Co. KG nicht nur für Spaß und Geldsegen bei den Besuchern sorgt, sondern für viele Menschen auch die finanzielle Lebensgrundlage darstellt. Letztlich sind insgesamt circa 300 Menschen in der Hamburger Spielbank fest beschäftigt. Diese Arbeitsplätze stehen nun ebenfalls auf dem Spiel. Auch die Gewerkschaft Ver.di ist darüber besorgt.

“Dass es immer noch keine Entscheidung darüber gibt, wer künftig die Konzession für den Betrieb der Spielbank erhält, das ist eine unangenehme Situation für die Mitarbeiter. In gut vier Monaten läuft die Konzession aus und die Mitarbeiter wissen immer noch nicht, wie es weitergeht. Es sollte hier nun dringend Klarheit geschaffen werden.”

Doch warum ist es überhaupt soweit gekommen? Darüber rätseln aktuell viele Personen, denen der Fortbestand des Hamburger Casinos am Herzen liegt. Eine Antwort von der Hamburger Innenbehörde bleibt bislang jedoch aus. Klar ist nur, dass es bei der Ausschreibung offiziell um den „Betrieb einer öffentlichen Spielbank bestehend aus einem Hauptstandort und Dependancen für den Zeitraum vom 1.1.2020 bis zum 31.12.2034“ geht.

FDP-Fraktionschef Michael Kruse aus der Hamburger Bürgerschaft zeigte sich aufgrund der aktuellen Situation und den wenigen Monaten bis zum Konzessionsende ebenfalls besorgt. Zwar laufe das Ausschreibungsverfahren nach geltendem EU-Vergaberecht, doch dieses müsse dringend modifiziert und optimiert werden. Der Politiker befürchtet, dass gegen Jahresende die bisherigen Mitarbeiter der Spielbank vor vollendete Tatsachen gestellt werden könnten, ohne dass Zeit bliebe, sich beruflich umzuorientieren.

Neuer Betreiber, doch alles beim Alten?

Auf den Zeitraum von 14 Jahren wird die neue Konzession zum Betrieb des Hamburger Casinos laut Ausschreibung festgelegt. Bewerben konnten sich Interessenten jedoch nur bis zum 27. Juni 2018. Trotzdem ist noch immer nicht geklärt, wer die Spielbank Hamburg künftig leiten wird. Auch hierzu hat die Hamburger Behörde bislang noch nicht Stellung bezogen. Unklar ist somit auch, ob ein etwaiger neuer Casino-Betreiber die aktuellen Arbeitsplätze und Mitarbeiter erhalten wird.

“Naheliegend wäre, dass es einen Betriebsübergang gibt und die erfahrenen qualifizierten Mitarbeiter mit ihrer engen Kundenbindung übernommen werden. Allerdings gibt es dafür natürlich keine Garantie, dass im Falle eines neuen Konzessionärs auch alle Arbeitsplätze erhalten bleiben.”

Zudem ist auch noch nichts über Zahl oder Namen der Unternehmen bekannt, die sich womöglich und insgesamt beworben haben. Klar ist aber, dass die Bewerber ordentlich Kapital mitbringen müssen. Immerhin werden als Sicherheit 12 Mio. Euro verlangt. Zudem müssen Interessenten nachweisen, woher diese Gelder stammen.

Ob am Ende die Spielbank Jahr + Achterfeld GmbH & Co. KG erneut den Zuschlag für den lizenzierten Betrieb des Casinos erhält, bleibt abzuwarten. Interessant ist allerdings, dass das Unternehmen aktuell lediglich mit einer „Interimskonzession“ tätig ist, die ebenfalls am Jahresende ausläuft.

Warum nicht schon damals eine offizielle Ausschreibung stattfand, bleibt eine offene Frage. Letztlich hätten die aktuellen Probleme so einfach verhindert werden können Ein Sprecher der Hamburger Innenbehörde gibt dazu auch keine konkreteren Informationen, verweist aber auf die Gesetzeslage.

“Ziel des Hamburgischen Spielbankgesetzes ist es unter anderem, den Spieltrieb der Bevölkerung zu kanalisieren. Die erforderliche Neufassung dieses Gesetzes befand sich 2016/2017 noch im parlamentarischen Abstimmungsprozess, sodass eine Ausschreibung zum damaligen Zeitpunkt nicht möglich war.”

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