Irland steht kurz vor der Einführung eines umfassend regulierten Glücksspielmarkts. Die neu gegründete Gambling Regulatory Authority of Ireland (GRAI) startet eine öffentliche Konsultation zur Lizenzvergabe, um klare Rahmenbedingungen für Anbieter und Spieler zu schaffen. Mit dem neuen Gambling Regulation Act 2024 wird erstmals der gesamte Glücksspielmarkt, inklusive Online Angeboten, gesetzlich reguliert.

- Irland reguliert Glücksspiel neu
- Die GRAI vergibt Lizenzen
- Internationale Zusammenarbeit ist wichtig
Hintergrund: Irlands Glücksspielgesetzgebung
Irlands Glücksspielgesetzgebung erfuhr mit dem Gambling Regulation Act 2024 eine grundlegende Modernisierung. Das am 23. Oktober 2024 in Kraft getretene Gesetz schafft erstmals einen umfassenden, einheitlichen Rechtsrahmen für alle Glücksspielaktivitäten im Land, einschließlich Online Sportwetten und Online Casinos. Die bisher fragmentierte Regulierung wird durch klare Lizenzpflichten und strenge Auflagen ersetzt.
Zentraler Bestandteil des Gesetzes ist die Gründung der Gambling Regulatory Authority of Ireland (GRAI), die am 5. März 2025 offiziell ihre Arbeit aufnahm. Die GRAI übernimmt die Lizenzvergabe, Marktüberwachung und Durchsetzung der neuen Vorschriften. Die Regulierung kam spät: Trotz früherer Pläne verzögerte sich die Umsetzung über Jahre hinweg.
Somit blieb Irland im europäischen Vergleich lange Zeit ohne klare Online Glücksspiel Regulierung. Sie soll den Spielerschutz stärken, problematisches Glücksspiel eindämmen und die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben sicherstellen, etwa durch ein nationales Sperrregister und Verbote von Kreditkartenzahlungen beim Glücksspiel.
Öffentliche Konsultation zur Lizenzvergabe
Es wurde eine öffentliche Konsultationsphase zur Lizenzvergabe gestartet, die bis zum 5. Mai 2025 läuft. Ziel ist es, Meinungen von Anbietern, Stakeholdern und der Öffentlichkeit zu regulatorischen Aspekten der neuen Glücksspielgesetzgebung einzuholen. Die Konsultation soll sicherstellen, dass die Lizenzvergabe praxisnah und marktkonform gestaltet wird.
Beteiligte Gruppen können per E-Mail Feedback zu verschiedenen Themen geben. Im Fokus stehen vor allem die geplanten Lizenzgebühren, die sich nach Umsatzstaffelungen richten, die Gültigkeitsdauer der Lizenzen, die pauschal auf drei Jahre angesetzt ist, sowie die Bedingungen, die Anbieter erfüllen müssen, um eine Lizenz zu erhalten und zu behalten.
Lizenzgebühren und Stufenmodell
Die irische Glücksspielbehörde plant ein gestaffeltes Lizenzgebührenmodell, das sich nach den Bruttospielerträgen der Anbieter richtet. Landbasierte Anbieter zahlen deutlich niedrigere Gebühren als Online Anbieter. Für landbasierte Wettanbieter liegen die Gebühren je nach Umsatz zwischen 750 € (bis 99.999 € Umsatz) und 20.000 € (über 10 Mio. € Umsatz).
Landbasierte Gaming Anbieter zahlen bis zu 225.000 € bei einem Umsatz von über 30 Mio. €. Online Wettanbieter zahlen Gebühren von 20.000 € für Umsätze bis 249.999 € bis zu 400.000 € für Umsätze ab 200 Mio. €. Remote Gaming Anbieter zahlen zwischen 20.000 € (bis 199.999 € Umsatz) und 450.000 € (ab 50 Mio. € Umsatz).
Lizenzarten und Gültigkeitsdauer
Für die Regulierung sind drei Hauptarten von Glücksspiellizenzen geplant: Business to Consumer (B2C) für direkte Anbieter wie Online Casinos und Sportwetten, Business to Business (B2B) für Dienstleister wie Softwareanbieter und Zahlungsdienstleister sowie spezielle Lizenzen für wohltätige Organisationen. Die Gültigkeitsdauer der Lizenzen ist pauschal auf drei Jahre festgelegt.
Anbieter müssen sich zudem auf die technische Anbindung an ein nationales Sperrregister vorbereiten, das Spielerschutzmaßnahmen unterstützt und problematisches Glücksspiel eindämmen soll. Dieses Sperrregister soll auch dann genutzt werden, wenn es erst nach Lizenzvergabe verfügbar ist. Die Anforderungen an die Lizenznehmer umfassen somit nicht nur finanzielle und organisatorische Kriterien, sondern auch technische Vorgaben zur Sicherstellung des Spielerschutzes und der Marktüberwachung.
Internationale Zusammenarbeit und Marktüberwachung
Die GRAI arbeitet eng mit der britischen UK Gambling Commission (UKGC) zusammen: So soll eine effektive Regulierung und Marktüberwachung sicherzustellen. Die im März 2025 gestartete Partnerschaft zielt auf den Austausch von Informationen, gemeinsame Compliance Maßnahmen und die Koordination bei grenzüberschreitenden Glücksspielpraktiken ab. Durch diese Kooperation sollen Risiken minimiert und Spielerschutz verbessert werden.
Darüber hinaus plant Irland weitere Kooperationen mit EU Regulierungsbehörden, um den Informationsaustausch zu intensivieren und einheitliche Standards zu fördern. Diese internationalen Partnerschaften stärken die Durchsetzung der Vorschriften und ermöglichen eine koordinierte Bekämpfung illegaler Glücksspielangebote auf europäischer Ebene.
Das Hauptziel der Zusammenarbeit ist es, die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben sicherzustellen, Markttransparenz zu erhöhen und die Integrität des Glücksspielmarkts zu wahren. Ein offener Dialog und gemeinsame Maßnahmen sollen Irland helfen, einen sicheren und verantwortungsvollen Glücksspielmarkt zu etablieren.
Ausblick und Bedeutung für den irischen Glücksspielmarkt
Irland plant die ersten Glücksspiel Lizenzen ab Ende 2025 zu vergeben, mit weiteren Lizenzvergaben bis 2027. Dieser Zeitplan markiert den Beginn eines umfassend regulierten Markts, der Online- und landbasierte Anbieter einbezieht. Für Anbieter bedeutet dies klare rechtliche Rahmenbedingungen und mehr Planungssicherheit, wovon bei der deutschen Regulierung auch die besten legalen Online Casinos profitiert haben.


