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Niederlande will regulierten Glücksspielmarkt

Die Lizenzen für Online-Glücksspielanbieter in den Niederlanden werden neu reguliert. Die zuständige Behörde hat nun aktuelle Informationen dazu veröffentlicht. Die Kansspelautoriteit (KSA), wie die niederländische Glücksspielbehörde in der Landessprache heißt, erklärte, dass die Betreiber Lizenzanträge stellen können, sobald die neuen Gesetze in Kraft treten. Im Januar 2021 soll dann ein regulierter Online-Glücksspielmarkt in den Niederlanden eröffnet werden.

Das Zentrum von Den Haag bei Nacht.
Die niederländische Glücksspielbehörde KSA aus Den Haag hat zahlreiche Richtlinien für die Antragsteller von Glücksspiellizenzen bekannt gegeben. (©Skitterphoto/Pixabay)

Legalisierung führt zu besserer Kontrolle

Bereits im Februar dieses Jahres hat der niederländische Senat den Remote Gambling Act verabschiedet, der eine Modernisierung des Wett- und Glücksspielgesetzes darstellt. Damit wollen die Abgeordneten eine Legalisierung von Online-Glücksspiel ermöglichen. Die Idee dahinter ist, dass die Lizenzerteilung für Wett- und Glücksspielanbieter im Internet an strenge Bedingungen und Richtlinien geknüpft ist. Das soll den Spielerschutz stärken, den Kampf gegen Glücksspielsucht verbessern sowie die Fairness der angebotenen Spiele sicherstellen.

Das Interesse der Glücksspielanbieter an solch einer Lizenz ist auch in den Niederlanden sehr groß. Der gesamte europäische Online-Markt für Glücksspiele hat große Wachstumszahlen aufzuweisen und die Niederlande sind ebenfalls ein interessanter Markt. Während Online-Glücksspiel in den Niederlanden bislang illegal ist, konnten 2018 im legalen Sektor mehr als zwei Milliarden Euro Umsatz erzielt werden. Eine Legalisierung des Online-Glücksspiels würde daher offenkundig sowohl die Staatseinnahmen verbessern als auch den Spielerschutz stärken, da durch die Regulierung eine Kontrolle der Betreiber erst möglich wird.

Neue Lizenzen, strenge Bedingungen

Vorbehaltlich der Zustimmung durch das Ministerium für Justiz und Sicherheit sollen die neuen Regelungen für den Markt ab dem 1. Juli 2020 in Kraft treten. Für die Genehmigung des Gesetzes gibt es zwar noch keinen festen Termin, allerdings erklärte die KSA, dass sie potentielle Antragsteller über den Prozess informiere. Dadurch soll für die Betreiber Klarheit geschaffen werden, was sie zu tun haben, um eine Lizenz zu erhalten. Für die neue Regulierung ist die Einführung vier unterschiedlicher Lizenzen geplant:

  • Casino-Spiele, bei denen die Kunden gegen den Betreiber antreten (z. B. klassische Tischspiele wie Roulette oder Blackjack)
  • Peer-to-Peer-Casino-Spiele (z. B. Online-Poker)
  • Sportwetten
  • Pferde- und Trabrennen

Der Antrag für eine Lizenz muss auf Niederländisch und mit allen nötigen Dokumenten, ebenfalls in einer niederländischen Übersetzung eingehen. Die Kosten für einen Antrag liegen bei 45.000 Euro. Bei einer Absage gibt es keine Rückerstattung. Die Betreiber sind daher gezwungen, genauestens auf die Bedingungen zu achten, sonst wird es teuer.

Die Anträge werden von der KSA genau überprüft. Dabei werden neben der Identität des Antragstellers auch dessen Verbindungen zu Personen mit kriminellen, administrativen oder steuerlichen Vergehen geprüft. Ein Antrag könnte auch abgelehnt werden, wenn solche Verbindungen vorliegen.

Maßnahmen gegen Spielsucht und Geldwäsche

Weiterhin sind die Glücksspielanbieter gezwungen, einen Strategieplan mitsamt des Lizenzantrags einzureichen. In diesem Strategiepapier sollen die Pläne der Betreiber zu unterschiedlichen Punkten abgedeckt werden. So wird mit der Überprüfung durch die KSA beispielsweise sichergestellt, dass die Mitarbeiter der Betreiber über ausreichend Kenntnisse des niederländischen Glücksspielgesetzes verfügen.

Ebenfalls soll hierin enthalten sein, wie Unbefugte, also beispielsweise Minderjährige, von der Teilnahme ausgeschlossen und wie die Spieler vor Spielsucht geschützt werden sollen. Ersteres wird mit der vollständigen Identifikation der Spieler mitsamt Name, Geburtsdatum und Adresse anhand eines Reisepasses, Personalausweises oder Führerscheins gewährleistet. Zum zweiten Punkt gehören neben Präventionsmaßnahmen gegen Spielsucht auch Schulungen für die Mitarbeiter.

Ebenfalls wichtig für die KSA ist ein Nachweis zur Einhaltung der Bestimmungen des Gesetzes zur Verhinderung der Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung. Dabei müssen Maßnahmen der Glücksspielbetreiber zur Kundenidentifikation und -prüfung, des Risikomanagements sowie dem Prozedere bei ungewöhnlichen Transaktionen vorgestellt werden.

Bedingungen im Marketing und Verbraucherschutz

Selbst das Marketing der potentiellen Anbieter neuer Online-Casinos in den Niederlanden hat die KSA im Blick. Die Bewerber müssen ihre Werbestrategie gegenüber der Glücksspielbehörde offenlegen. Wichtig für die Betreiber ist es dabei, eine Marketingstrategie zu haben, die weder irreführend noch aggressiv ist. Es soll ein verantwortungsbewusster Umgang mit der Glücksspielwerbung erreicht werden. Dazu gehört beispielsweise, dass Bonusbedingungen klar ersichtlich sind oder dass es vermieden werden soll, gefährdete Gruppen mit der Werbung anzusprechen.

Verpflichtend für die Antragsteller ist auch die Integration eines Beschwerdesystems, damit die Online-Glücksspiele den niederländischen Verbraucherschutzgesetzen entsprechen. Weiterhin müssen die Anbieter von Sportwetten sich dazu bereiterklären, mit der KSA zusammenzuarbeiten, um Spielmanipulationen zu ermitteln. Die Fülle an Richtlinien muss natürlich überprüft werden. Die KSA wird zu diesem Zweck eventuell zusätzliche Mitarbeiter benötigen.

“Eine solche Operation stellt ziemlich hohe Anforderungen an eine Organisation von der Größe der KSA. Wir tun jedoch alles in unserer Macht stehende, um dies zu erreichen. Wenn wir es nicht mit unseren festen Mitarbeitern schaffen, werden wir externe Mitarbeiter engagieren.”René Jansen, Vorsitzender, KSA

Reguliertes Online-Glücksspiel im Jahr 2021

Die Bedingungen zeigen, dass es nicht für jeden Betreiber von Online-Glücksspielen ein Leichtes wird, eine Lizenz zu erhalten. Dennoch sind strenge Vorgaben wichtig, um eine verantwortungsbewusst operierende Branche zu schaffen. Das wird den Ruf der Online-Casinos ebenso stärken wie den Schutz der Spieler. Die Online-Casinos nicht zu regulieren, ist aufgrund der einfachen Verfügbarkeit über das Internet die falsche Herangehensweise. Die Niederlande kann also ein Vorbild für andere Länder wie beispielsweise Deutschland sein, die es bislang versäumt haben, sich und die Gesetze an die digitale Entwicklung des Glücksspiels anzupassen.

Bis die virtuellen Tore des legalen Online-Glücksspiels sich in den Niederlanden öffnen, wird noch etwas Zeit vergehen. Im Januar 2021 soll es so weit sein, während die Betreiber sich voraussichtlich ab Juni 2020 um die Lizenzen bemühen können. Die KSA steht den potentiellen Lizenznehmern dabei mit Workshops zur Seite. Hier werden weitere Informationen über den Antragsprozess sowie Maßnahmen, damit die Betreiber ihre Chance auf eine Lizenz erhöhen können, vermittelt. Das zeigt, dass die Regulierungsbehörden den Glücksspielanbietern die Hand zur Zusammenarbeit reicht.

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