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Wissenschaft widmet Glücksspiel eigenes Institut

Die Bedeutung des Glücksspiels wächst – in ganz Europa und somit natürlich auch in Deutschland. Abseits von steigenden Umsatzzahlen und Nettospielerträgen bleibt aber die Frage, welche gesellschaftliche Bedeutung das Glücksspiel hierzulande mittlerweile eigentlich hat. Dieser Frage widmet sich nun die Ruhr-Universität Bochum. Am 21. März wurde dort das „GLÜG“ an der Juristischen Fakultät ins Leben gerufen, ein neues Institut für Glücksspiel und Gesellschaft.

Spielautomaten in einem Casino
Professor Peter Huber war prädestiniert als Festredner zur Eröffnungsfeier des GLÜG.

GLÜG versteht sich als Gemeinschaftsprojekt

Ein eigenes Gebäude wird es für Julian Krüper leider nicht geben. Doch damit wird der Professor an der Ruhr-Uni Bochum sicherlich gut leben können, denn letztlich geht es ja um eine neue spannende Aufgabe. Seit dem 21. März wird an der Universität im Ruhrgebiet nämlich an einem spannenden Thema geforscht.

Am Lehrstuhl für öffentliches Recht, Verfassungstheorie und interdisziplinäre Rechtsforschung werden die Forscher zukünftig der Frage nachgehen, welche Bedeutung Glücksspiel für die Gesellschaft und ihre Mitglieder hat. Im Zentrum steht dabei der nebulöse und eigentlich unwissenschaftliche Begriff des Glücks.

Die Bedeutung des Glücks im Spiel sowie seine Bedeutung auf verschiedenen Ebenen – damit wollen sich ganz viele verschiedene Wissenschaftler beschäftigen. Denn neben den zahlreichen Mitarbeitern, die Professor Julian Krüper unterstellt sind, beteiligen sich auch die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und die Bergische Uni Wuppertal am Glücksspielprojekt.

“Es ist ein Folgeprojekt. Wir haben uns bereits mit den vielen juristischen Fragen zur Glücksspielregulierung beschäftigt. Jetzt versuchen wir die vielen verschiedenen Aspekte gemeinsam zu erforschen.”

Glücksspiel interdisziplinär erforscht

Das Spannende an der neuen wissenschaftlichen Aufgabe dürfte vor allem der interdisziplinäre Ansatz sein. Im GLÜG wird es in Zukunft sowohl um juristische Fragen gehen, beispielsweise beim Steuer- oder Verfassungsrecht, jedoch auch um wirtschaftliche oder sozialwissenschaftliche Fragestellungen, die derzeit mit Glücksspiel in Verbindung stehen und Teil eines lauter werdenden öffentlichen Diskurses sind.

“Mit unserer Forschung wollen wir den öffentlichen und politischen Diskurs über Glücksspielfragen wissenschaftlich begleiten sowie Optionen für die Regulierung bewerten und auch neu entwickeln.”

Wie genau dieser interdisziplinäre Ansatz umgesetzt wird, ist noch nicht klar. Sicher ist aber, dass bestenfalls alle möglichen Dimensionen des Glücksspiels erforscht werden sollen, um nach Möglichkeit Erkenntnisse zu gewinnen, die Streitfragen unserer Zeit beantworten können. Dafür, so betonte Krüper, werde es notwendig sein, eng mit anderen Organisationen, Verbänden, Unternehmen und Menschen zusammenzuarbeiten.

Geht es nach den Wissenschaftlern, wird sich das Institut bereits in naher Zukunft zum zentralen Informations- und Austauschpunkt für Politik, Verwaltung, Wissenschaft und natürlich auch Glücksspielunternehmen in Deutschland selbst entwickeln.

Glücksspielinstitut auch durch Drittmittel gefördert

Wie sehr anscheinend auch die Privatwirtschaft aus dem Glücksspielsektor an einer wissenschaftlichen Erörterung zentraler Streitfragen beim Glücksspiel interessiert ist, beweist ein Blick auf Geldgeber. Denn das GLÜG wird nicht allein durch öffentliche Gelder finanziert. Auch Drittmittel stehen zur Verfügung. Westlotto sowie der Verband der deutschen Automatenwirtschaft fördern die Wissenschaftler und das Institut bei der Arbeit.

“Dass private Unternehmen und der Staat sich zusammentun, ist ungewöhnlich. Aber es stellt die Sache auf breitere Füße. Wenn etwas durch Drittmittel finanziert wird, setzt man sich immer dem Verdacht aus, dass man sich gemein macht. Aber wir arbeiten da schon redlich wissenschaftlich.”

Insgesamt sollen über die nächsten fünf Jahre Gelder an das Institut fließen. Danach müssen die Ergebnisse ausgewertet werden. Erst dann werde entschieden, ob Westlotto und der Verband der deutschen Automatenwirtschaft weiter Geld investieren werden. Kritiker bemängeln indes die Unabhängigkeit der Forschung, wenn die Finanzierung des Projekts teils über Drittmittel gesichert wird.

Ungewöhnlich ist dies aber nicht. 2017 beliefen sich die Gesamteinnahmen der Ruhr-Uni Bochum auf 585 Millionen Euro. 122 Millionen Euro ließen sich Drittmitteln zuordnen, also knapp 21 Prozent. Trotzdem wird also ein Großteil der Forschung noch immer durch Bund und Land finanziert. Ohnehin ist Glücksspiel in Deutschland auch für den Fiskus von Interesse. Nordrhein-Westfalen hat 2017 insgesamt 650 Millionen Euro über Steuern aus Glücksspielangeboten eingenommen. Die volkswirtschaftliche Bedeutung des Glücksspiels ist demnach kaum noch als marginal zu bezeichnen, weswegen auch dieser Punkt ein zentraler Teil der Forschung am GLÜG sein wird.

“Aber das Glücksspiel hat auch eine enorme volkswirtschaftliche Bedeutung. Der Staat ist da Profiteur.”

Die Eröffnung am 21. März war immerhin schon einmal ein großer Erfolg. Mit Peter Huber sicherste sich die juristische Fakultät auch gleich einen bekannten Namen als Festredner, denn Huber ist Richter am Bundesverfassungsgericht. In seiner Rede sprach er umgehend die zentralen – juristischen – Fragen zum Thema Glücksspiel an. Antworten muss nun das GLÜG liefern.

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