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Financial Times: Anschuldigungen gegen Betfair

Von Flutter Entertainment haben sicherlich nur die wenigsten Menschen gehört, selbst wenn sie zu eifrigen Sportwetten-Teilnehmern zählen – und das obwohl der britische Anbieter weltweit sechs Millionen Sportwetten-Kunden betreut und einen Börsenwert von 4,8 Mrd. Pfund Sterling aufweist. Von Betfair hingegen dürfte wohl jeder schon gehört haben. Tatsächlich gehört die Sportwetten-Marke Betfair zu eben jenem Flutter Entertainment, das ehemals durch die Fusion von Betfair mit Paddy Power entstand. Ein Bericht der Financial Times bringt den Konzern nun in Erklärungsnot. Denn angeblich soll Betfair es bestimmten Kunden ermöglichen, anonym Wetten zu platzieren. Doch was ist dran am Gerücht?

Grafik von der Verschmelzung von Paddy Power und Betfair.
Flutter Entertainment entstand aus der Fusion von Paddy Power und Betfair. (©Bildquelle)

Flutter Entertainment weist Vorwürfe zurück

Nach einem Bericht der Financial Times auf der Online-Plattform soll es in der britischen Buchmacher-Szene derzeit nicht vollends korrekt zugehen. Denn obwohl die britische Gambling Commission klare Regeln für Sportwettenanbieter und auch andere Glücksspielunternehmen aufgestellt hat, gibt es allem Anschein nach noch immer Schwachstellen, durch welche auf illegalem Wege Wetten platziert werden können.

Konkret geht es dem Bericht zufolge um die Möglichkeit, anonym Wetten abzugeben. Nach gängigem Gesetzeswerk sind seriöse Sportwettenanbieter dazu verpflichtet, die Identität ihrer (Neu-)Kunden zu verifizieren, weswegen die Vorlage eines gültigen Ausweisdokuments gang und gäbe bei jedem Online-Wettanbieter ist, bei dem man sich neu registriert. Dies ist unter anderem notwendig, um illegale Machenschaften wie Geldwäsche zu verhindern. Die Financial Times will nun herausgefunden haben, dass der Anbieter Betfair mehrere Partner-Wettseiten unterhalte, auf denen auch anonym Wetten abgegeben werden können. Über sogenannte Offshore-Wettagenturen sollen die jeweiligen Personen an die Betfair-Partnerseiten weitergeleitet werden, wo letztlich indirekt und anonym auf das Wettportfolio von Betfair zugegriffen werden könne.

Kurze Zeit nach Veröffentlichung des Berichts reagierte Flutter Entertainment mit einer öffentlichen Stellungnahme, in der sämtliche Vorwürfe abgewiesen werden und die Seriosität von Betfair bestätigt wird. Zudem wurde darauf hingewiesen, dass alle B2B-Partner von Betfair verpflichtet seien, relevante Kundendaten auf Anfrage zur Einsicht bereitzustellen.

“Unsere B2B-Partner sind allesamt lizenzierte Betreiber, die hohe Verifizierungsstandards einhalten. Bevor wir eine Zusammenarbeit eingehen, unterziehen wir die B2B-Partner, ebenso wie die verbundenen Parteien und ihre zugehörigen Betriebslizenzen intensiver Prüfung. (…) Als lizenzierte Anbieter halten sich alle unsere Partner daran, die von ihren lokalen Behörden vorgegebenen Identitätsprüfungen durchzuführen.”

Journalisten platzieren Test-Wetten

Wie also sind die Reporter der Financial Times zu der Ansicht gekommen, Betfair könnte ein illegales Wettsystem unterhalten? Angeblich sollen die Reporter über eine eigens angelegte E-Mail-Adresse Verbindung zu einer Glücksspielagentur mit Sitz in Curaçao mit dem Namen AsianConnect88 aufgebaut haben. Von dieser Buchmacher-Vermittlungsplattform sollen per Mail Login-Daten für eine weitere Plattform verschickt worden sein, die den Namen 9wickets trägt, die wiederum offizieller B2B-Partner von Betfair ist. Der Clou dabei: Sämtliche finanziellen Transaktionen fanden ausschließlich anonymisiert über AsianConnect88 statt, indem eine E-Wallet verwendet wurde. Trotzdem hatten die Reporter Zugang zur Wettplattform Betfair Exchange. Gut zu wissen:

Bei Betfair Exchange handelt es sich um eine im Jahr 1999 gegründete Wettplattform, die sich von anderen Wettbörsen darin unterscheidet, dass nicht auf spezielle Ereignisse, sondern auch gegen diese getippt werden kann. Betfair Exchange wird von Flutter Entertainment betrieben.

Die Journalisten agierten im Test, wie erwähnt, unter einem anonymen Nutzernamen und gaben eine Außenseiterwette auf ein Pferderennen in Brighton (Quote 250 zu 1 für „Miss Recycled“) ab, wobei die Wahrscheinlichkeit, dass noch ein anderer Kunde diese Wette platziert hat, sehr gering ausfiel. Den Journalisten fiel dabei auf, dass fast zeitgleich mit ihrer Wette eine identische Wette auf der Hauptseite von Betfair abgegeben wurde. Am Ende gewann das Außenseiterpferd und bescherte den Journalisten einen Gewinn von 2.000 Pfund Sterling. Um letztlich herauszufinden, wer der Gewinner der Wette auf der offiziellen Seite von Betfair gewesen ist, baten die Journalisten um Preisgabe des Namens. Mit einem Hinweis auf geltende Datenschutzbestimmungen wurde die Anfrage jedoch abgewiesen.

Die für den britischen Glücksspielmarkt zuständige U.K. Gambling Commission hielt sich bislang zu den erhobenen Vorwürfen bedeckt. Es bleibt abzuwarten, ob sich die Anschuldigen angesichts Betfairs Verweis auf die rechtlich verbindlichen Datenschutzbestimmungen als stichfest erweisen.

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