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Mega-Deal im Wettgeschäft: Tipico schließt Admiral-Übernahme unter strengen Auflagen ab

Der Verkauf von Admiral Österreich durch den Glücksspielkonzern Novomatic an den Sportwettenanbieter Tipico ist offiziell abgeschlossen. Die Transaktion, die den heimischen Markt für Wettdienstleistungen nachhaltig neu ordnet, erhielt von der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) grünes Licht – jedoch nur unter Bedingungen, die eine zu starke Marktkonzentration verhindern sollen.

Die hell erleuchtete Fassade einer Admiral-Filiale an einer städtischen Straße bei Dämmerung. Das große, rote Firmenlogo leuchtet prominent über dem gläsernen Eingangsbereich.

Während Admiral einen neuen Eigentümer bekommt, bleibt die bekannte Marke erhalten und wird sogar auf ehemalige Tipico-Standorte ausgeweitet.

  • Der Erwerb von Admiral Österreich durch Tipico von Novomatic ist abgeschlossen, was Novomatics strategische Neuausrichtung auf das globale Technologiegeschäft unterstreicht.
  • Die Bundeswettbewerbsbehörde genehmigte die Übernahme nur unter der Auflage, dass Tipico 20 Standorte verkaufen und 14 weitere umbenennen muss, um eine zu starke Marktkonzentration zu verhindern.
  • Infolgedessen werden die verbleibenden Tipico-Filialen in Österreich zukünftig unter der etablierten Marke Admiral weitergeführt.

Novomatics strategischer Schwenk: Vom Betreiber zum Technologie-Lieferanten

Was sich seit Monaten in Branchenkreisen abzeichnete, ist nun Realität: Novomatic, Europas führender Gaming-Technologiekonzern mit Sitz in Gumpoldskirchen, hat seine bekannte Tochtergesellschaft Admiral Sportwetten GmbH an die Tipico Gruppe veräußert. Mit dem Abschluss des Verkaufs zieht sich Novomatic strategisch aus dem operativen Sportwettengeschäft in Österreich zurück.

Dieser Schritt ist kein Rückzug aus dem Heimmarkt, sondern eine bewusste Neuausrichtung des Geschäftsmodells. Für Novomatic ist die Veräußerung ein logischer Schritt in der globalen Unternehmensstrategie. Der Konzern will sich künftig noch stärker auf seine Kernkompetenzen konzentrieren: die Entwicklung und den internationalen Vertrieb von Hochtechnologie-Produkten für die Gaming-Industrie.

Statt selbst als Betreiber von Wettlokalen aufzutreten (B2C-Geschäft), stärkt man die Position als Technologielieferant für andere Unternehmen (B2B-Geschäft), wie etwa für Top Echtgeld Casinos.

Stefan Krenn, Vorstand der NOVOMATIC AG, unterstrich diese Ausrichtung: „Der Abschluss dieser Transaktion markiert einen wichtigen Schritt in unserer globalen Expansionsstrategie mit klarem Fokus auf internationale Wachstumsmärkte. ADMIRAL hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einem etablierten Marktführer entwickelt und wir bedanken uns für den großen Einsatz aller ADMIRAL-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“

Entscheidend ist dabei, dass die Geschäftsbeziehung nicht endet: „Wir freuen uns, mit Tipico einen starken und verlässlichen Technologiepartner gefunden zu haben, der das Unternehmen in Österreich erfolgreich weiterführen wird.“ Admiral wird also auch unter dem neuen Eigentümer weiterhin auf die bewährten Technologielösungen von Novomatic setzen.

Wettbewerbsbehörde greift regulierend ein

Der Abschluss des Deals war an die Zustimmung der Bundeswettbewerbsbehörde geknüpft. Diese erteilte die Genehmigung erst nach einer eingehenden Prüfung, bei der sie „wettbewerbliche Bedenken hinsichtlich der dadurch entstehenden Konzentration am Markt für Wettdienstleistungen in Wettshops“ feststellte. Um eine marktbeherrschende Stellung des neuen, fusionierten Unternehmens zu verhindern, wurden Tipico konkrete Auflagen erteilt. Das Unternehmen ist nun verpflichtet:

  • Zwanzig seiner bestehenden österreichischen Tipico-Standorte an einen oder mehrere Dritte zu verkaufen.
  • Vierzehn weitere Franchise-Shops, die bisher unter der Marke Tipico betrieben wurden, müssen künftig unter einem neuen Markennamen und mit neuer technischer Ausstattung weitergeführt werden.

Diese Maßnahmen sollen sicherstellen, dass der Wettbewerb im stationären Wettgeschäft in Österreich lebendig bleibt und Kunden weiterhin eine echte Auswahl an Anbietern haben.

Ein neu geordneter Markt unter der Marke Admiral

Für Tipico, einen der führenden Sportwettenanbieter im deutschsprachigen Raum, ist die Übernahme ein strategischer Coup. Während das Unternehmen online bereits eine sehr starke Position innehat, sichert es sich mit Admiral auf einen Schlag ein flächendeckendes Netz von rund 200 etablierten Standorten in Österreich.

Die Übernahme wird das Erscheinungsbild der österreichischen Wettlokale verändern: Die verbleibenden Tipico-Shops werden zukünftig unter der bekannten und vertrauten Marke Admiral betrieben. Damit setzt Tipico auf die starke regionale Verankerung und den hohen Bekanntheitsgrad von Admiral.

Axel Hefer, CEO der Tipico Gruppe, sieht darin eine Win-Win-Situation: „Die ADMIRAL Gruppe ist ein österreichisches Vorzeigeunternehmen mit langer Tradition, starker regionaler Verankerung und großem Zukunftspotenzial. Nun kommen hier zwei Unternehmen zusammen, die für modernste Technologie, innovative Produkte und Konsumentenschutz stehen. Unsere zukünftige Zusammenarbeit ist daher auch eine sehr gute Nachricht für unsere Kunden.”

Über den genauen Kaufpreis wurde von beiden Parteien Stillschweigen vereinbart. Der Fokus liegt nun auf der zügigen Umsetzung der behördlichen Auflagen und der Integration von Admiral in die Tipico-Gruppe. Für die Kunden in den Admiral-Filialen dürfte sich zunächst wenig ändern, doch hinter den Kulissen ist der österreichische Wettmarkt in Bewegung geraten.

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