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Beschlossene Sache: PayPal-Casinos in Deutschland vor dem Aus!

Wohl kein anderer Zahlungsanbieter ist so beliebt bei Online-Glücksspielern wie PayPal. Das US-amerikanische Unternehmen, das ursprünglich von eBay ins Leben berufen wurde, wickelt Zahlungen in Echtzeit ab. Für spontane Spiellust, insbesondere auf mobilen Endgeräten, war dies eine optimale Lösung. Doch Kunden aus Deutschland werden wohl nicht mehr lange in den Genuss des Ad-hoc-Geldtransfers kommen, zumindest was Zahlungen an Online-Casinos anbelangt. Denn PayPal ändert seine Nutzungsbedingungen und schließt Zahlungen an in Deutschland tätige Online-Casinos künftig kategorisch aus.

Grafik eines Notebooks mit großen PayPal-Logo auf dem Display.
PayPal ist der Zahlungsdienstleister Nummer eins im Internet – für deutsche Online-Casinos jedoch bald nicht mehr. (©Bildquelle)

PayPal der Zahlungsdienstleister Nummer eins – aber warum?

PayPal zählt nicht nur in Deutschland, sondern weltweit zu den beliebtesten Online-Zahlungsanbietern. Dies ist auch keine Überraschung, letztlich ist der Geldtransfer fast in Echtzeit möglich. Einfach ein Konto anlegen, den PayPal-Account mit dem persönlichen Girokonto verknüpfen und schon lässt sich mit nur einem Klick fast überall im Internet bezahlen. Der fällige Betrag wird nach einigen Tagen bequem durch PayPal vom angegebenen Konto abgebucht.

Dieses komfortable und unkomplizierte Zahlungsverfahren wurde in Deutschland natürlich auch von vielen Online-Casinos angeboten. Diese hatten an der Bereitstellung von PayPal als Zahlungsdienstleister ein nachvollziehbares Interesse, letztlich konnte den eigenen Kunden zum einen die Möglichkeit gegeben werden, das persönliche Spielkonto unmittelbar und ohne Zeitverzögerung und Wartezeit mit Guthaben aufzuladen, zum anderen konnte mit PayPal aber auch Seriosität gewährleistet werden.

Denn PayPal kann längst nicht jeder als Zahlungsmittel bereitstellen. Um als gewerblicher Kunde PayPal anbieten zu dürfen, muss dem US-Zahlungsdienstleister nachgewiesen werden, dass es sich beim eigenen Unternehmen um einen legalen und seriösen Betrieb handelt. PayPal war somit nicht nur ein effizientes Zahlungsinstrument im Internet, sondern auch eine Art Nachweis dafür, dass es sich nicht um einen illegalen oder betrügerischen Anbieter handelt. Wenig verwunderlich also, dass Glücksspieler in Deutschland insbesondere „PayPal-Online-Casinos“ nachfragten, ein Begriff, den es offiziell zwar nicht gibt, der aber selbst von Online-Casinos gerne zu Marketingzwecken genutzt wurde, um Neukunden anzuwerben. Online-Casinos und deren deutsche Kunden werden sich von all diesen Vorteilen aber bald ab Oktober 2019 verabschieden müssen, denn das US-Unternehmen sieht sich gezwungen, seine Nutzungsbedingungen zu ändern und sich vom deutschen Glücksspielmarkt zu verabschieden.

“Mit Auslaufen der Online-Glücksspie-Lizenzen des Landes Schleswig-Holstein ist das Angebot von Online-Casinospielen in Deutschland verboten beziehungsweise allenfalls geduldet.”

Gesetzeslage in Deutschland drängt PayPal vom Markt

Dass PayPal für Zahlungen an deutsche Online-Casinos bald nicht mehr zur Verfügung stehen wird, ist sicherlich keine marketingstrategische Entscheidung des US-Unternehmens, sondern ein rechtlich notwendiger Schritt. PayPal selbst wird durch den Rückzug vom deutschen Glücksspielmarkt jährlich Umsatzeinbußen in Millionenhöhe akzeptieren müssen, denn der deutsche Glücksspielmarkt war für das den Zahlungsdienstleister wirtschaftlich äußerst attraktiv.

Doch der noch immer andauernde politische Streit um die Liberalisierung des deutschen Glücksspielmarktes drängt PayPal nun dazu, dem wachsenden Druck aus Politik und von Verbraucherschutzvereinen nachzugeben und deutschen Spielern den Zugang zur Zahlungsdienstleistung zu verwehren. Offiziell, so hat es PayPal am 19. August 2019 veröffentlicht, wird sich PayPal am 21. Oktober dieses Jahres aus dem deutschen Glücksspielmarkt zurückziehen.

Das ehemals zu eBay zugehörige Unternehmen verwies in seiner Stellungnahme ebenfalls auf die schwierige Rechtslage in Deutschland. In den neuen Nutzungsbedingungen ist nun ein Paragraph zu entdecken, der sich auf „Verbotene Aktivitäten“ bezieht und eindeutig auf Online-Glücksspiel abzielt. Verboten wird zukünftig die

“Nutzung der PayPal-Services im Zusammenhang mit Angeboten, die an Ihrem jeweiligen Aufenthaltsort nicht legal sind, einschließlich mancher Online-Glücksspielangebote. Falls Sie sich unsicher sein sollten, ob ein konkretes Angebot an Ihrem Aufenthaltsort legal ist oder nicht, müssen Sie sich vor der Nutzung der PayPal-Services im Zusammenhang mit dem Angebot von der Legalität vergewissern.”

Rückzug Reaktion auf politische Entscheidung aus dem Juni?

Gänzlich unvorhersehbar war die Entscheidung PayPals aber sicherlich nicht. Zwar agierte das US-Unternehmen jahrelang in Deutschland auf einem Markt, der sich eher in einer rechtlichen Grauzone bewegte, doch erst vor einigen Monaten wurde PayPal selbst Ziel einer politischen Maßnahme, die sich eigentlich gegen illegale Online-Casinos in Deutschland richten sollte. Das Niedersächsische Ministerium für Inneres und Sport hatte im Juni einen Beschluss veröffentlicht, mit dem einem nicht genannten großen Zahlungsanbieter die Zusammenarbeit mit in Deutschland tätigen Online-Casinos untersagt wurde. Trotz der Anonymisierung des Anbieters deutete aber vieles darauf hin, dass es sich dabei um PayPal handelte.

“Wir setzen damit ein Zeichen und gehen davon aus, dass nun der Druck auch auf andere Zahlungsdienstleister zunimmt, ihre Geschäftsprozesse im Zusammenhang mit illegalem Glücksspiel neu zu ordnen, wenn dies nicht schon geschehen ist.”

Da das Ministerium die Kompetenz innehat, Beschlüsse bundesweit geltend zu machen, und PayPal sich nun in der Tat vom deutschen Glücksspielmarkt verabschiedet, dürfte es nunmehr klar sein, dass tatsächlich PayPal der „große Zahlungsdienstleister“ gewesen sein muss, den das Ministerium nicht öffentlich namentlich nennen wollte. Fraglich bleibt allerdings, ob wirklich alle Bundesländer betroffen sind. Bekanntermaßen gilt im nördlichen Bundesland Schleswig-Holstein eine Sonderregelung für Online-Glücksspiel. Hier sind private Online-Casinos noch immer lizenziert und berechtigt, Glücksspiel bis zum März 2021 legal zu offerieren. Ob sich PayPal auch von Online-Casinos in Schleswig-Holstein trennt, ist derzeit aber noch nicht bekannt.

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