Die Deutsche Automatenwirtschaft (DAW) fordert die Rückkehr zum dritten Geldspielgerät in der Gastronomie. Seit 2019 ist die Aufstellung auf zwei Automaten begrenzt – eine Regelung, die den legalen Markt schwächt und illegale Angebote fördert. Kleine Gastronomiebetriebe stehen unter Druck. In diesem Artikel beleuchten wir die Hintergründe der Gesetzesänderung, die Kritik der Branchenvertreter und die aktuellen Forderungen nach einer Anpassung der Glücksspielregeln.

Die Regulierung von Geldspielgeräten in der Gastronomie steht im Fokus der aktuellen Debatte um den Spielerschutz und die Marktstabilität.
Regulierung seit 2019: Einschränkung der Geldspielgeräte auf zwei
Im November 2019 wurde die zulässige Anzahl an Geldspielgeräten in Gastronomiebetrieben in Deutschland von drei auf zwei reduziert. Diese Maßnahme verfolgte vorrangig das Ziel, den Schutz Minderjähriger zu verbessern und die Spielsuchtprävention zu stärken. Betreiber durften seitdem nur noch zwei Geräte legal aufstellen, Neuinstallationen von mehr als zwei Automaten sind nicht mehr erlaubt.
Schon vorhandene Geräte konnten teilweise noch mit einem Bestandsschutz weiter betrieben werden: Diese Regelung wurde im Zuge der Umsetzung des Glücksspielstaatsvertrags angepasst, mit dem Ziel, das Glücksspielangebot besser zu regulieren und zu kontrollieren. Die Reduzierung sollte helfen, die Anzahl der Spielmöglichkeiten im öffentlichen Raum zu beschränken und so potenziell problematisches Spielverhalten zu verringern.
Im Fokus standen dabei unter anderem kleinere Gastronomiebetriebe, in denen die Automaten häufig neben der Bewirtung zur Kundengewinnung aufgestellt werden und so ein kontrollierter gesetzlicher Rahmen geschaffen wird. Der Gesetzgeber wollte mit der Maßnahme ein ausgewogenes Verhältnis zwischen wirtschaftlichen Interessen der Betreiber und dem Schutz der Spieler herstellen.
Gleichzeitig zeigte sich früh, dass die Beschränkung nicht nur negative Auswirkungen auf die Betreiber haben könnte, sondern auch auf die Effektivität der Spielsuchtprävention. Seit 2019 wird verstärkt diskutiert, wie sich die Regulierung auf das Gesamtangebot auswirkt und ob die Begrenzung der Automatenzahl dazu führt, dass Spieler verstärkt illegale oder unkontrollierte Glücksspielangebote nutzen.
Kritik der Deutschen Automatenwirtschaft an der Gerätebeschränkung
Die Deutsche Automatenwirtschaft (DAW) kritisiert die Begrenzung auf zwei Geldspielgeräte pro Gastronomiebetrieb deutlich. Für die Branche schwächt die Regelung den legalen Markt erheblich. Die DAW führt aus, dass die Reduzierung der zugelassenen Gerätezahl die Attraktivität legaler Angebote schmälert und damit das Risiko erhöht, dass Spieler in den illegalen Markt abwandern – vor allem ins Internet.
Nach Ansicht der DAW ist das traditionelle Aufstellen von Geldspielgeräten in Gaststätten unter Aufsicht der Betreiber und mit klaren gesetzlichen Rahmenbedingungen eine wirksame Möglichkeit, Spielerschutz umzusetzen. Die Kontrollwege sind kurz, der Umgang mit Spielern kann moderat und verantwortungsvoll gestaltet werden. Im Gegensatz dazu sei der Schwarzmarkt gerade im Online-Bereich kaum zu regulieren, was auch den Jugendschutz erschwert.
Darüber hinaus verweist die DAW auf die wirtschaftliche Bedeutung der Geldspielautomaten für kleinere Gastronomiebetriebe, die durch die Begrenzung seit 2019 erhebliche Einnahmeverluste erlitten haben. Für viele Wirte sind die Geräte eine ergänzende Einnahmequelle, die gerade in Zeiten von strengen Rauchverboten und verändertem Konsumentenverhalten wichtiger geworden ist. Der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga unterstützt diese Kritik.
Er sieht darin auch einen Beitrag zur wirtschaftlichen Stabilität vieler Betriebe. Die Kritik der DAW und weiterer Branchenvertreter verdeutlicht, dass die Einschränkungen von 2019 zwar auf den ersten Blick dem Schutz der Spieler dienen, im Ergebnis aber auch das Risiko bergen, den Schwarzmarkt zu stärken und Betriebe wirtschaftlich unter Druck zu setzen.
Neue Kontrollpflichten und politische Diskussionen
Neben der Begrenzung der Geldspielgerätezahl sind seit Juli 2021 zusätzliche Kontrollpflichten innerhalb der Branche eingeführt worden. Betreiber von Geldspielautomaten müssen sich an das zentrale Sperrsystem OASIS anschließen, das sperrte Spieler erkennt und den Zugang zu den Automaten verhindert. Diese Maßnahme dient dem Jugendschutz und der Spielsuchtvermeidung.
Die neue Verpflichtung für Identitätsprüfung und Spielersperre führt zu deutlich erhöhtem Verwaltungsaufwand für Betreiber. Gleichzeitig verbessert sie die Qualität der Kontrolle und stärkt das Vertrauen in den legalen Glücksspielmarkt. Aktuelle Gerichtsurteile, etwa vom Landgericht Frankfurt am Main, stützen die rechtlichen Regelungen zur Gerätebegrenzung in gastronomischen Betrieben.
Das Gericht bestätigte, dass die Reduzierung der zugelassenen Geldspielgeräte der Spielsuchtprävention dient und durch den Gesetzgeber gerechtfertigt ist. Eine Überschreitung der Geräteanzahl könnte die Überwachung und Kontrolle erschweren. Trotz dieser juristischen Bestätigung sehen Branchenverbände wie die DAW die Gefahr, dass die Einschränkungen den illegalen Markt weiter wachsen lassen.
Deshalb rückt die Forderung nach einer Flexibilisierung beziehungsweise Rücknahme der Regelung immer stärker in den Fokus. Die Rückkehr zum dritten Geldspielgerät gilt als Maßnahme, die das legale Glücksspielangebot stärkt, mehr Spielqualität ermöglicht und den illegalen Markt zurückdrängt. Vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Debatten wird in der Branche intensiv diskutiert.
Fazit: Balance finden zwischen Spielerschutz und Marktentwicklung
Die Einführung der Begrenzung der Geldspielautomaten auf zwei Geräte im Jahr 2019 verfolgte das Ziel der besseren Regulierung und des Schutzes der Spieler. Sie hat jedoch auch zu Nebenwirkungen geführt, die von der Deutschen Automatenwirtschaft und weiteren Verbänden kritisch bewertet werden. Die Beschränkung wird als Ursache für stärkeren illegalen Wettbewerb, für sinkende Einnahmen in der Gastronomie gesehen.
Die aktuellen Diskussionen zeigen, dass eine Rückkehr zur Höchstzahl von drei Geräten in der Gastronomie von vielen als sinnvoll erachtet wird, um den legalen Markt zu stärken und Kontrollmöglichkeiten effektiver zu nutzen. Zugleich bleiben verstärkte Kontrollauflagen wie das Spielersperrsystem wichtige Instrumente, um Spielsucht und illegale Angebote zu bekämpfen.
Zukünftige Gesetzesänderungen müssen den Interessenkonflikt zwischen Jugendschutz, Wirtschaftlichkeit und Marktentwicklung sorgfältig ausbalancieren. Kleine und mittlere Gastronomiebetriebe hoffen auf pragmatische Lösungen – mit klaren Regeln, die beiden Seiten gerecht werden. Die Forderung der DAW nach der Rückkehr zum dritten Geldspielgerät hat dabei zentrale Bedeutung als Vorschlag für eine bessere Regulierungspraxis im deutschen Glücksspielmarkt.


