- 2,48 Mrd. €
- Glücksspielsteuern 2023
- − 3,6 %
- gegenüber 2022
- + 51,5 %
- gegenüber 2013 (1,64 Mrd. €)
- 71 %
- Anteil der Lotteriesteuer
- − 38,5 %
- virtuelle Automatensteuer 2023
Was meldeten wir 2021?
Damals stützte sich unsere Meldung auf eine Pressemitteilung des Statistischen Bundesamts: Die Länder hätten 2019 rund 1,97 Milliarden Euro an Glücksspielsteuern eingenommen, Nordrhein-Westfalen mit dem größten Anteil. Das Glücksspiel wachse weiter, und vom neuen Glücksspielstaatsvertrag erwarteten wir mehr Einnahmen, weil der Staat erstmals erfasse, wo deutsche Spielende online spielen.
Diese Erwartung war eine Prognose. Die Steuerzahlen sind der Teil, den sich nachprüfen lässt.
Was seitdem geschah
Das Statistische Bundesamt veröffentlichte am 14. Januar 2025 die Zahlen für 2023. Insgesamt flossen den öffentlichen Kassen rund 2,48 Milliarden Euro zu, 3,6 % weniger als 2022. Zehn Jahre zuvor, 2013, waren es 1,64 Milliarden Euro, 2023 liegt also 51,5 % darüber.
| Steuer | 2022 | 2023 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Lotteriesteuer | rund 1,67 Mrd. € | rund 1,77 Mrd. € | + 5,8 % |
| Sportwettensteuer | rund 431 Mio. € | 409 Mio. € | − 5,2 % |
| Virtuelle Automatensteuer | 430 Mio. € | rund 264 Mio. € | − 38,5 % |
| Online-Poker | 33 Mio. € | 30 Mio. € | − 7,5 % |
Die 2022er-Werte für Lotterie und Sportwetten sind aus den Veränderungsraten errechnet. Die größten Anteile an den Gesamteinnahmen 2023 hatten Nordrhein-Westfalen mit 535 Millionen Euro (22 %), Bayern mit 350 Millionen (14 %) und Baden-Württemberg mit 300 Millionen (12 %).
Wichtig für die damalige Erwartung: Seit dem 1. Juli 2021 gilt der Glücksspielstaatsvertrag 2021, und virtuelle Automatenspiele sind mit Erlaubnis zulässig. Die Steuer darauf brachte 2022 noch 430 Millionen Euro, 2023 rund 264 Millionen Euro. Warum sie sank, geben die Zahlen allein nicht her. Strengere Regeln wie 1 € Einsatz je Spin, 5 Sekunden je Spiel und das Einzahlungslimit von 1.000 € im Monat könnten eine Rolle spielen. Das ist eine Vermutung, kein Beleg.
Zahlen für 2024 habe ich in der amtlichen Statistik nicht gefunden, hier endet meine Quellenlage mit 2023. Die damalige Prognose von 29,3 Milliarden Euro Online-Umsatz in der EU bis 2022 habe ich nicht nachverfolgt.
Was erklärt den Rückgang von 2023?
Die Veränderungsraten lassen sich in Euro zurückrechnen, und das Ergebnis ist aufschlussreich. Der Gesamtwert fiel gegenüber 2022 um rund 90 Millionen Euro. Die Steuer auf virtuelle Automatenspiele sank allein um 166 Millionen Euro, von 430 auf rund 264 Millionen. Dagegen legte die Lotteriesteuer um rund 100 Millionen zu, und Sportwetten (rund 22 Millionen) und Online-Poker (3 Millionen) gaben leicht nach. Ohne den Einbruch bei den Automaten hätte die Summe also zugelegt.
Diese Rechnung beruht auf gerundeten Werten und den von mir aus den Raten abgeleiteten Vorjahreszahlen. Sie zeigt die Größenordnung, nicht die exakte Differenz.
Was zeigt der Zehnjahresvergleich?
Das Statistische Bundesamt vergleicht 2023 auch mit 2013. Der Gesamtwert wuchs in dieser Zeit von 1,64 auf 2,48 Milliarden Euro, also um 51,5 %. Die Lotteriesteuer legte um 22,3 % zu, die Sportwettensteuer um 116,8 %, von 189 Millionen Euro im Jahr 2013 auf 409 Millionen im Jahr 2023.
Für die Frage, ob „das Glücksspiel wächst“, taucht damit ein Unterschied auf. Beim Lotto steigt die Steuer langsam, bei Sportwetten hat sie sich mehr als verdoppelt, und für die Steuer auf virtuelle Automatenspiele liefert die Meldung keine Zeitreihe bis 2013. Ihr jüngster Wert sank 2023 zudem deutlich.
Welche Länder profitieren am meisten?
Die drei größten Empfänger im Jahr 2023 waren Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg. Zusammen vereinen sie 48 % der Einnahmen. Eine Aufschlüsselung nach Steuerarten je Land liefert die Meldung nicht.
Was bedeutet das für Ihr Budget?
Die Statistik misst Steuereinnahmen, nicht die Einsätze oder Verluste der Spielenden, und sie sagt nichts über Ihren Einsatz, aber sie erinnert daran, dass Glücksspiel für Staat und Anbieter ein Geschäft ist. Spielen Sie nur mit Geld, das übrig ist, und setzen Sie sich ein Limit unter der gesetzlichen Grenze von 1.000 € im Monat. Wie das geht, steht auf der Seite Verantwortungsvolles Spielen.
FAQ – häufige Fragen
Wie hoch waren die Glücksspielsteuern 2023?
Rund 2,48 Milliarden Euro, 3,6 % weniger als 2022, aber 51,5 % mehr als 2013, so das Statistische Bundesamt.
Welche Steuer bringt am meisten ein?
Die Lotteriesteuer mit rund 1,77 Milliarden Euro, das sind 71 % des Gesamtaufkommens.
Wie entwickelte sich die Steuer auf virtuelle Automatenspiele?
Sie sank von 430 Millionen Euro im Jahr 2022 auf rund 264 Millionen Euro im Jahr 2023, ein Minus von 38,5 %.
Gibt es schon Zahlen für 2024?
Eine amtliche Meldung dazu habe ich nicht gefunden. Die Zahlen hier enden mit 2023.
Quellen
Statistik
- 51,5 % mehr Steuereinnahmen aus Glücksspiel im Jahr 2023 als zehn Jahre zuvor · Statistisches Bundesamt (Destatis) · 2025-01-14

