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Kritik an VIP-Programm in Online-Casinos

Spielerschutz-Institute kritisieren erneut VIP-Programme britischer Online-Casinos. Das offensive Werben um VIPs soll pathologisches Spielverhalten fördern. Die Kritik ist allerdings nicht neu, ein Bericht aus der britischen Tageszeitung „The Guardian“ offenbart jedoch neue Details zu den VIP-Programmen. Britische Online-Casino-Anbieter könnten nun in Schwierigkeiten geraten.

Drei rote Casino-Würfel auf spiegelndem Tisch in Schwarzlicht.
Glanz, Glamour und eine extravagante Sonderbehandlung können finanzkräftige VIPs in Online-Casinos erwarten. Britische Casino-Anbieter könnten deswegen nun aber Probleme bekommen. (©Grizzlybear-se/Pixabay)

VIP-Programme sollen Highroller anlocken

Wer sich auch nur etwas in der Online-Casino-Szene aufhält, wird zwangsläufig schon einmal von sogenannten VIP-Programmen gehört haben. Viele Casino-Anbieter aus dem Internet nutzen diese Programme, um einen bestimmten Kundenkreis anzusprechen und zum Spielen im Casino zu motivieren.

Erhalten Spieler Zugang zum jeweiligen VIP-Programm des Online-Casinos, kann sich dies durchaus lohnen. Lukrative Spielboni, Vergünstigungen, Gutscheine oder gar Bargeldprämien können wichtige Casino-Kunden durchaus erwarten. Ganz uneigennützig werden derlei Geschenke aber natürlich nicht ausgegeben. Sinn und Zweck dieser Geschenke ist eine Stärkung der Kundenbindung.

Denn klar verdienen Casinos Geld durch Spieler, die an den jeweiligen Glücksspielen des Online-Casinos teilnehmen, sei es Poker, Blackjack oder Roulette. Besonders hohe Umsätze werden dabei natürlich durch Highroller generiert, also denjenigen Personen, die mit Einsätzen im vier- oder gar fünfstelligen Bereich an den Spieltisch gehen. Online-Casinos bezeichnen diese Kunden als VIPs und entwickeln eben jene speziell auf zahlungskräftige Personen zugeschnittene VIP-Programme, um diese Spieler möglichst langfristig zu binden.

Britischer Glücksspielmarkt auf dem Prüfstand

Bislang waren VIP-Programme für niemanden ein Problem und wurden gemeinhin als berechtigte Marketingstrategien von Online-Casinos angesehen. In Großbritannien könnte sich dies nun aber nachhaltig ändern, denn aufgrund zahlreicher gesetzlicher und politischer Umwälzungen steht derzeit die gesamte britische Glücksspielbranche auf dem Prüfstand. Im Zuge dessen beschäftigen sich insbesondere Verbraucher- und Spielerschützer mit der Branche, unter anderem auch mit Online-Casinos.

Welchen Herausforderungen steht die britische Glücksspielbranche gegenüber?“Zwar ist grundsätzlich ein wirtschaftliches Wachstum auf dem britischen Glücksspielmarkt zu erkennen, doch eine steigende Umsatz- und Spielerzahl erhöht auch den Wettbewerb. Speziell Online-Casino-Anbieter müssen daher immer lukrativere Werbekampagnen starten. Zudem ist die Politik derzeit bemüht, den Markt stärker zu regulieren, beispielsweise durch Werbeeinschränkungen. Auch der bevorstehende Brexit schürt bei vielen Online-Casinos die Angst, Kundschaft zu verlieren.”

Nun soll es also den VIP-Programmen an den Kragen gehen, zumindest wenn es nach den Meinungen vieler Verbraucher- und Spielerschutzorganisationen aus Großbritannien geht. Bereits im August dieses Jahres hatte ein investigativer TV-Bericht der BBC einen kritischen Blick auf die VIP-Programme britischer Online-Casinos geworfen. Ein Zeitungsbericht aus „The Guardian“ rollt das Thema nun neu auf und stellt Casino-Anbieter vor größere Probleme. Dem Bericht zufolge soll auch die Zahl der Verbraucherbeschwerden gegen Online-Casinos in den letzten Jahren rapide angestiegen sein.

“Wir drängen die Branche dazu, ihre Kunden zu kennen, und ein Teil dessen ist möglicherweise ein gutes Zeichen, weil dies (die Meldung von Beschwerden. Anm. d. Redaktion) darauf hindeutet, dass die Verbraucher mehr von den Glücksspielanbietern verlangen. Und ich möchte sie ermutigen, dies auch weiterhin zu tun.”Neil McArthur, CEO der UK Gambling Commission (UKGC)

Als wäre dies nicht bereits genug, stand nun auch noch die Responsible Gaming Week an, eine Zusammenkunft von Politikern und Organisationen sowie Vertretern der Glücksspielbranche, in der in regelmäßigen Abständen wichtige Aspekte für verantwortliches Glücksspiel besprochen werden. Zwar verpflichteten sich viele Online-Casino-Anbieter vor Kurzem freiwillig dazu, die Einsatzlimits zu senken und somit mehr für den Spielerschutz zu tun, simultan enthüllte „The Guardian“ jedoch, dass viele britische Online-Casino-Anbieter mit viel Engagement weiterhin nach Personal suchen, das imstande ist, VIP-Kunden anzusprechen und zu akquirieren.

Spielerschützer fordern Konsequenzen

Verbraucher- und Spielerschützer wollen dies so aber nicht akzeptieren. Zwar weisen viele Online-Casino-Anbieter die Anschuldigungen von sich, öffentliche Stellenanzeigen belegen jedoch relativ eindeutig, dass zumindest einige Online-Casinos weiterhin in ihr VIP-Programm investieren. So heißt es beispielsweise im Stellengesuch für einen „VIP-Führungsmitarbeiter“ des Online-Glücksspielanbieters „Gala Bingo“, dass es zu den Aufgaben des Mitarbeiters gehöre, die „Lebenszeitwert und den Umsatzbeitrag der VIP-Spieler-Gruppe“ zu erhöhen. Besonders negativ hierbei ist, dass die Stellenbeschreibung eindeutig fordert, Kunden bzw. Spieler zu mehr und höheren Einsätzen zu verleiten.

“Diese Werbung ist besonders furchterregend – das Ende des „Lebenszeitwerts” eines Spielers für das Unternehmen kann durchaus das Ende der Lebenszeit des Spielers sein. Die rücksichtslosen Praktiken dieser Glücksspielunternehmen zielen darauf ab, die Abhängigkeit aufrechtzuerhalten und zu erhöhen. Selbstmord korreliert stark mit Spielsucht.”

Besonders brisant ist dieses Beispiel, da Gala Bingo offiziell ein Tochterunternehmen von GVC Holdings ist. Diese Unternehmensgruppe kämpft bereits seit einigen Monaten gegen steigende Beschwerden aufgrund angeblicher Verstöße gegen Spielerschutzrichtlinien im Glücksspielgewerbe.

Dort will man von diesen Anschuldigungen derzeit aber nichts wissen. Wie lange britische Glücksspielunternehmen ihre VIP-Programme jedoch noch weiterbetreiben können, bleibt abzuwarten. Sowohl Privatpersonen wie auch öffentliche Organisationen haben unterdessen angekündigt, Klage einzureichen, um VIP-Programme endgültig juristisch zu verbieten.

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