besteonlinecasinos.co

Liechtenstein: Casino-Boom am Ende?

Vor fünf Jahren galt Liechtenstein noch als zukünftige Casinometropole, nun scheint jedoch der Boom abzuebben. Mit dem „Casino 96“ in Balzers wird eine der Spielbanken im Fürstentum zum 11. Juli seine Pforten schließen. Wie der Betreiber, die Casinos Austria International Holding GmbH (CAI), zuletzt mitteilte, hat eine Anpassung der Gesetzeslage die Spielregeln auf dem hiesigen Glücksspielmarkt komplett verändert. Aus diesem Grund hat sich der Konzern dazu entschieden, das „Casino 96“ nach nur zwei Jahren wieder zu schließen und den Fokus auf die Spielbank Schaanwald zu richten.

Eine Person unterschreibt ein Dokument mit einem Kugelschreiber.
Die Regierung in Liechtenstein hat zum 01. Januar 2022 ein neues Glücksspielgesetz verabschiedet, das strengere und restriktivere Regularien vorsieht. (©Scott Graham/Unsplash)

Glücksspielmarkt im Wandel

Im Jahr 2017 versah Liechtenstein seinen Glücksspielmarkt mit einer liberalen Gesetzgebung und mauserte sich so sehr schnell zu einem attraktiven Standort für Unternehmen aus der Branche. In den vergangenen fünf Jahren wurden durch das zuständige Amt für Volkswirtschaft insgesamt sechs Lizenzen für landesbasierte Spielbanken vergeben. Zwei Konzessionen erhielt dabei die CAI, die an den Standorten Schaanwald und Balzers je ein Casino errichteten.

Damals konnten jedoch weder die CAI noch die Branchenexperten und -beobachter erahnen, dass nach gerade einmal fünf Jahren der Glücksspielboom in Liechtenstein wieder beendet sein wird. Der Markt im Fürstentum macht seit einigen Monaten einen restriktiven Wandel durch und beschneidet damit die Wirtschaftlichkeit der Casinobetreiber. Aus diesem Grund hat sich die CAI dazu entschlossen, den Standort in Balzers aufzugeben.

Analyse. Die CAI hat für ihre Entscheidung umfassende Analysen in die Wege geleitet, um den Status quo des Glücksspielmarktes in Liechtenstein zu ermitteln. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich die Angebotsdichte im Land aufgrund der verändernden Rahmenbedingungen zunehmend verringern wird. Der Konzern will daher seine Aufmerksamkeit nur auf ein einziges Casino richten.

Umstrukturierung für mehr Stabilität

Auch wenn die Spielbank in Balzers ihren Betrieb zum 11. Juli einstellen wird, sieht die CAI keinen Anlass dazu, an Wirtschaftlichkeit einzubüßen. Da die Standortschließung neue Ressourcen freisetzen wird, soll das verbleibende Casinos künftig gestärkt werden.

In der Pressemitteilung heißt es, dass mit der Stärkung von Schaanwald der richtige Schritt gesetzt wurde, um sich langfristig auf dem Markt in Liechtenstein etablieren zu können. Gleichzeitig ermöglicht es der Fokus auf einen einzigen Standort, den Besuchern ein deutlich attraktiveres Casino- und Unterhaltungserlebnis zu bieten.

Insgesamt wird die Umstrukturierung der Aktivitäten in Liechtenstein für mehr Stabilität sorgen. So werden etwa die meisten Mitarbeiter des Casinos in Balzers am Standort in Schaanwald weiterbeschäftigt.

Kündigungen & Unterstützung. Die gesamte Belegschaft des „Casino 96“ kann die CAI trotz einer hohen Weiterbeschäftigungsquote nicht in die Abläufe des Standorts in Schaanwald integrieren. Entsprechend müssen einige Mitarbeiter das Unternehmen verlassen. Auf sich allein gestellt sind die Betroffenen allerdings nicht. So hat die CAI bei der beruflichen Neuausrichtung ihre Unterstützung zugesichert.

Beendet die Gesetzesänderung die Boomphase?

Die Schließung des „Casino 96“ könnte das Ende des Glücksspielbooms in Liechtenstein einläuten. Sabine Monauni, die Wirtschaftsministerin des Fürstentums, führte zuletzt die neue Gesetzeslage als Grund für die Schließung der Spielbank in Balzers an. Nach ihrer Auffassung ist es sehr wahrscheinlich, dass das Glücksspielangebot künftig weiter schrumpfen wird.

Das neue Glücksspielgesetz in Liechtenstein gilt seit dem 01. Januar 2022 und hat die einstige liberale Auslegung des Marktes stark gegeißelt. So müssen etwa die Spielbanken im Land doppelt so hohe steuerliche Abgaben leisten. Auch die spielerischen Abläufe haben sich seit Jahresanfang stark verändert. Unter anderem wurde das Spielangebot der Casinos beschnitten. Das einstige Verhältnis von Spieltischen zu Spielautomaten von 1:20 wurde auf 1:15 reduziert. Im Bereich der Regulierung und Überwachung gelten ebenfalls strengere Vorschriften.

Die jüngste Gesetzesanpassung geht auf die anhaltende Kritik der Bevölkerung zurück. Bereits bei der Marktöffnung im Jahr 2017 musste die Regierung für ihr Vorgehen den Unmut der Bürger über sich ergehen lassen. Viele Menschen in Liechtenstein hatten die Sorge, dass die liberale Handhabung des Glücksspielmarktes das Fürstentum zu einer Art „Las Vegas von Europa“ verkommen lasse. Der deutlich strengere Rechtsrahmen dürfte nun jedoch jegliche Sorgen verflüchtigt haben.

Bürgerinitiative. In den vergangenen fünf Jahren haben sich die ärgsten Gegner des Glücksspiels in Liechtenstein zu Vereinigungen und Initiativen zusammengeschlossen, um die Casinos aus dem Land zu verbannen. So hat etwa im Mai 2022 die Bürgerinitiative „IG VolksMeinung“ ein Volksbegehren bei der Regierung eingereicht, um die Glücksspieleinrichtungen aus dem Fürstentum zu tilgen. Sollte der Ersuch abgesegnet werden, müssen alle Spielbanken innerhalb der nächsten fünf Jahre ihren Betrieb einstellen.

zum Seitenanfang