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Schweiz veröffentlicht Sperrlisten mit über 100 ausländischen Online-Casinos

Die Eidgenössische Spielbankenkommission (ESBK) und die Lotterie- und Wettkommission (Comlot) veröffentlichten vor wenigen Tagen mehrere Sperrlisten für Online-Casinos aus dem Ausland. Diese sind durch das neue Schweizer Geldspielgesetz in der Schweiz illegal. Die Umsetzung der neuen Richtlinien wird nun konsequent verfolgt. Insgesamt befinden sich über 100 Webseiten von Glücksspielanbietern auf den Sperrlisten. Deren Zugriff soll umgehend von den Schweizer Fernmeldedienstleistern verhindert werden.

Ein Mann sitzt am Schreibtisch vor einem Laptop mit einem Smartphone in der Hand.
Sollten Sie noch Guthaben auf einem Konto bei einem der von der Sperre betroffenen Online-Casinos besitzen, sollten Sie dieses umgehend auszahlen lassen. (©Bildquelle)

Finale Phase des Schweizer Geldspielgesetzes

Die Veröffentlichung der Sperrlisten sowie die Umsetzung der Sperrung der Online-Casinos gehört zur finalen Phase der Umsetzung des Schweizer Geldspielgesetzes. Dieses wurde im Juni des letzten Jahres mittels eines Volksentscheids mehrheitlich beschlossen. Zum 01. Januar diesen Jahres ist das neue Geldspielgesetz offiziell in Kraft getreten. Durch die neuen Regulierungen wurde der gesamte Schweizer Glücksspielmarkt umgekrempelt.

Besonders im Fokus stand dabei das Glücksspiel im Internet. Schweizer Bürgern sollte es durch die massiv verschärften Zugangsmöglichkeiten nahezu unmöglich gemachen werden, in ausländischen Online-Casinos zu spielen. Im Gegenzug ebnet das neue Geldspielgesetz den insgesamt 21 lizenzierten Spielbanken des Landes, ihr Glücksspielangebot auch online anzubieten. Im selben Zug sollen elektronische Zugangssperren den Zugriff auf andere Online-Casinos verhindern.

Zu ihnen gehören seit dem 01. Juli ausnahmslos sämtliche Anbieter von Online-Glücksspiel, die ihren Firmensitz im Ausland haben. Dass diese Maßnahmen auch bedingungslos umgesetzt werden, machte die Eidgenössische Spielbankenkommission (ESBK) bereits im Juni deutlich. So sollte innerhalb der nächsten Monate eine offizielle Sperrliste freigeben werden, die auch zukünftig immer auf dem aktuellsten Stand gehalten werden soll. Diese Sperrlisten sind nun veröffentlicht und geben das weitere Handeln vor.

Sperrung der Webseiten folgt umgehend

Seit einigen Tagen können nun die offiziellen Sperrlisten online bei der ESBK eingesehen werden. Die eigentliche Sperrliste umfasst insgesamt 39 Glücksspiel-Webseiten, die als illegal eingestuft wurden. Unter den Namen befinden sich auch einige sehr bekannte Größen aus der Glücksspielbranche. So wurden unter anderem auch die Webseiten von „Bet-at-home“, „Interwetten“ oder „Bet365“ gesperrt. Zusätzlich wurde auch von der Lotterie- und Wettkommission „Comlot“ eine weitere Liste veröffentlich, auf der sich weitere 65 Online-Casinos befinden, die ebenfalls unter die Zugangssperre fallen. Somit setzen die Schweizer Behörden mit insgesamt über 100 gesperrten Online-Casinos ein echtes Zeichen.

Zwar sind die meisten Zugangssperren für die betroffenen Online-Casinos aktuell noch nicht eingerichtet und es können auch noch Gelder eingezahlt oder Accounts eingerichtet und verwaltet werden. Allerdings sollen die Zugangssperren von den Schweizer Fernmeldediensten schon in diesen Tagen eingerichtet werden. Sind die Webseiten erst einmal gesperrt, können auch Guthaben nicht mehr ausgezahlt werden. Es ist daher ratsam, bestehende Konten und eventuell bestehendes Guthaben umgehend zu leeren und zu löschen, bevor die Zugangssperren greifen. Zwar können Einsprüche gegen die Netzsperre erhoben werden, dennoch sind die Webseiten zunächst blockiert.

Ausländische Online-Casinos noch nicht gänzlich abgeschrieben

Damit der eigene Name nicht auf der offiziellen Sperrliste erscheint und dem Image des Online-Casinos schadet, hatte bereits vor der Veröffentlichung der Sperrlisten einige ausländische Glücksspiel-Anbieter auf Empfehlung der Schweizer Behörden ihr Online-Angebot für die Schweiz zurückgenommen. Als interessanten und möglicherweise lukrativen Nebeneffekt hat dieser Schritt zur Folge, dass zukünftige Kooperationen mit einer der 21 für das Online-Glücksspiel lizenzierten Schweizer Spielbanken möglich sind. Dieser Umstand könnte speziell für die großen Online-Poker-Portale der Branche sehr interessant sein.

Im neuen Schweizer Geldspielgesetz ist nämlich verankert, dass, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden, die lizenzierten Schweizer Spielbanken ihr Online-Pokerangebot über ausländische Plattformen anbieten dürfen. Als Voraussetzungen müssen die internationalen Partner aber zum einen über einen guten Ruf verfügen und zum anderen zu keinem Zeitpunkt Bestandteil einer der Sperrlisten sein. Außerdem muss deren Lizenzierung von einem Land ausgestellt sein, welches nicht auf der offiziellen schwarzen Liste der Financial Action Task Force on Money Laundering (FATF, „Arbeitsgruppe für finanzielle Maßnahmen gegen Geldwäsche“) geführt wird. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, steht einer potenziellen Partnerschaft wenig im Wege.

Die Möglichkeit eine Lizenz zu erhalten, um ihr Glücksspielangebot auch online anzubieten, haben bisher allerdings erst vier Schweizer Spielbanken wahrgenommen. Zu ihnen gehören:

  • Grand Casino Baden
  • Grand Casino Luzern
  • Casino Davos
  • Casino Pfäffikon

Das Grand Casino Baden gab Anfang Juli als erstes ein eigenes Online-Casino unter der Adresse Jackpots.ch im Internet frei. Im August kam mit Mycasino.ch der Grand Casino Luzern AG ein weiteres Online-Casino auf den Schweizer Markt. Zwar ist das aktuelle Angebot von Glücksspiel im Internet in der Schweiz durch die Zugangssperren massiv eingeschränkt, doch es ist davon auszugehen, dass angesichts des weltweit boomenden Online-Glücksspielmarktes und der Möglichkeit der Kooperation mit ausländischen Partnern unter festgelegten Voraussetzungen zukünftig deutlich mehr Spielbanken diese Möglichkeit nutzen werden.

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